Wir haben den März untersucht

Wie schlimm ist's wirklich? Das S-Bahn-Chaos im Protokoll

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Pendler brauchen in München viel Geduld.

München – Viele Pendler trauen sich morgens schon gar nicht mehr, auf ihr Smartphone zu schauen, weil häufig schon die ersten Verspätungen im Zugverkehr gemeldet werden. Wir haben den gesamten März genau aufgepasst und Protokoll geführt.

Die Ausgangslage ist wenig vielversprechend. Am Morgen des Schalttags, 29. Februar, sorgt ein mysteriöser Schlag im Tunnel für eine kurzzeitige Sperrung der Stammstrecke und Verspätungen von bis zu einer halben Stunde. Außerdem gab es noch Störungen an der Oberleitung. Für das Jahr 2015 musste die Bahn übrigens wegen vieler Verspätungen sogar eine Strafe an den Freistaat bezahlen. Mal sehen, was der März so brachte.

Was Münchens Pendler im März ertragen mussten

  • 1. März: Der Monat geht ja schon gut los: Auf den Straßen herrscht Schneechaos, und wegen „betrieblicher Störungen“ und eines Baums auf der Straße gibt es Zugausfälle und Sperrungen bei den S-Bahn-Linien S 2, S 3 und S 7.
  • 2. März: Eine technische Störung legt die Stammstrecke im morgendlichen Berufsverkehr lahm, es gibt den ganzen Vormittag Verspätungen und Zugausfälle bis weit auf die S-Bahn-Äste hinaus. Eine Weichenstörung sorgt bei der U-Bahn-Linie U 5 für Verspätungen von bis zu 15 Minuten. Wer aufs Auto umstieg, hatte es übrigens nicht viel besser. Weil viele Pendler auf die Idee kamen, war das gesamte Stadtgebiet nahe am Verkehrsinfarkt. Am Nachmittag wurde dann wegen eines Notarzteinsatzes die Stammstrecke zum zweiten Mal gesperrt.
  • 8. März: Im morgendlichen Berufsverkehr läuft trotz erneuten Wintereinbruchs  in München alles glatt. Leiden müssen dagegen Bahnpendler, die aus Augsburg anreisen: Wegen einer Weichenstörungen gibt es auf der Strecke deutliche Verspätungen und Zugausfälle. Am späten Abend verursacht eine technische Störung an einem S-Bahn-Züge eine halbe Stunde lang Verzögerungen auf der Stammstrecke.
  • 10. März: „Mensch in Tunnel“: Diese Meldung sorgt am Donnerstagnachmittag für eine kurzzeitige Vollsperrung der Stammstrecke. Diese wird zwar nach einer Viertelstunde und ergebnisloser Suche wieder aufgehoben, der Schaden ist jedoch schon angerichtet. Es kommt noch bis in den späten Nachmittag zu Verspätungen und Zugausfällen bis auf die Außenäste hinaus.
  • 11. März: Ein tragisches Unglück hat im morgendlichen Berufsverkehr zwei Stunden lang Verspätungen und Zugausfälle auf der S 4 und den Regionalzuglinien zur Folge. Zwischenzeitlich ist der Bahnhof Haar komplett gesperrt.
  • 15. März: Wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe wird die Stammstrecke am späten Montagabend für anderthalb Stunden komplett gesperrt. 
  • 17. März: „Personen am Gleis“ sorgen im abendlichen Berufsverkehr für Verzögerungen auf der Stammstrecke.
  • 21. März: Zum Frühlingsanfang sorgt am Montagmorgen ein Notarzteinsatz auf der Stammstrecke für Verzögerungen.
  • 22. März: Ein Feuer-Fehlalarm legt die S-Bahn-Station Rosenheimer Platz am frühen Nachmittag für eine halbe Stunde lahm. Dementsprechend staut sich der S-Bahn-Verkehr auf der Stammstrecke.
  • 25. März: Eine Signalstörung auf der Stammstrecke sorgt am Mittag für Verspätungen in Richtung Ostbahnhof.
  • 26. März: Wegen einer technischen Störung an der Stammstrecke kommt es am Karsamstag eine halbe Stunde lang zu Verzögerungen. Ansonsten verläuft das Osterwochenende ohne größere Pannen. 
  • 31. März: Der Monat endet mit einer Vollsperrung - „Personen im Gleis“ bringen am Donnerstagmittag den Zugverkehr auf der Stammstrecke zum Erliegen. Obwohl diese nach einer guten Viertelstunde wieder frei ist, kommt es noch eine Zeitlang zu Verspätungen.

Was keine Erwähnung in dieser Liste fand: Wollte man jede Verzögerung und jeden Zugausfall im Münchner Bahnverkehr festhalten, würde das den Rahmen dieses Artikels sprengen. Deshalb haben wir uns auf die Auflistung längerer Verzögerungen auf der Stammstrecke und schwererer Störungen im Münchner Umland beschränkt. Quasi täglich kommt es zudem zu Ausfällen und Verspätungen auf den S-Bahn-Außenästen, insbesondere auf der S1 und die S8 zum Flughafen. Neben technischen Störungen liegt dies auch an Notarzt- und Polizeieinsätzen. Zeitnahe Informationen zu Verzögerungen und deren Ursachen liefert der "Streckenagent" der Münchner S-Bahn über den Kurznachrichtendienst Twitter.

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