Erneute Störung auf Stammstrecke

S-Bahn-Chaos: tz-Leserin verliert fast zwei Stunden

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Völlig bedient: tz-Leserin Heidi S. braucht wegen des S-Bahn-Chaos zweieinhalb Stunden für den Weg zur Arbeit.

München - Am Mittwoch sorgte eine Störung auf der S-Bahn-Strecke bei vielen Fahrgästen für deutliche Verspätungen. Eine tz-Leserin berichtet von ihrem steinigen Weg zur Arbeit.

Nerven aus Stahl haben am Mittwoch tausende Pendler gebraucht: Eine Stellwerksstörung legte die Stammstrecke lahm, dazu kamen Probleme bei der U4/U5. Eine der Betroffenen ist die Münchnerin Heidi S. (50). Die Buchhalterin braucht normalerweise 40 Minuten für den Weg zur Arbeit. "Am Mittwoch waren es 2,5 Stunden!", ärgert sie sich. "Und es gab keinerlei brauchbare Infos, weder als Durchsage noch auf der App!"

Heidi S. steigt um 6.20 Uhr am Waldfriedhof in den Bus zum Bahnhof Harras. Was sie nicht weiß: An der Donnersbergerbrücke gibt es eine Stellwerksstörung. Seit 5.45 Uhr erhalten die Züge aus Laim und vom Heimeranplatz rote Signale. Die Stammstrecke ist unterbrochen. Erst um 8.30 Uhr können die betroffenen Achszähler repariert werden.

Zurück zu Heidi S.: Sie möchte am Harras um 6.42 Uhr die S7 Richtung Wolfratshausen nehmen. "Doch die fiel aus. Es gab keine Durchsage", so die Buchhalterin. "Ich habe auf die Bahn-App geschaut, auch das war verworren." Kurz darauf wird eine S7 angekündigt. "Doch die ist am Nebengleis durchgefahren!" Heidi S. muss wie alle anderen Pendler in der Kälte ausharren. Wieder wird ein Zug an der Tafel angekündigt, wieder fährt er durch. "Dafür kam eine Durchsage, wir sollten auf die U-Bahn und den Heimeranplatz ausweichen."

Bahn schickt Reisende ins nächste Chaos

Die Buchhalterin macht sich auf den Weg, fährt vom Heimeranplatz zum Odeonsplatz - und sitzt wieder fest. Denn um 7.30 Uhr wird an der Theresienwiese eine Weichenstörung festgestellt, die U4 und U5 müssen vorzeitig halten. Heidi S. ärgert sich: "Ich erwarte, dass die Bahn über die Verkehrslage Bescheid weiß und ihre Fahrgäste nicht noch ins Chaos Richtung Innenstadt schickt!"

Endlich trudelt eine U5 ein, Heidi S. kann aber nur kurz mitfahren. Endstation: Theresienwiese. Hier gibt es aufgrund der Weichenstörung nur einen Pendelbetrieb. Wieder warten. Etwa 20 Minuten später kommt sie am Heimeranplatz an, steht weitere 30 Minuten im Gedränge. "Nach zweieinhalb Stunden Bahnfahrt war ich um 9.15 Uhr im Büro meiner Firma in Höllriegelskreuth. Ich war völlig k.o.", sagt Heidi S. "Und die verlorene Zeit muss ich wieder reinarbeiten!"

Die Bahn gab erst um 11.45 Uhr endgültig Entwarnung, dass die Züge wieder nach Plan fahren. Allerdings nicht lange: Um 13.50 Uhr erfasste eine S3 im Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Stachus eine Frau, die sich das Leben nehmen wollte. Erneut wurde die Stammstrecke gesperrt. Ab 15.10 Uhr war die Stammstrecke zwar wieder frei, aber erst kurz vor 18 Uhr lief der Verkehr wieder reibungslos.

Martina Williams

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