Ausweichquartier kann nicht genutzt werden

Dieser Schulpavillon ist für die Tonne!

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Das Ausweichquartier an der Flurstraße ist erst im Februar fertig geworden.

München - Weil in den eigenen Räumlichkeiten kein Platz mehr ist, wollte die Adalbert-Stifter-Realschule auf eine Pavillon ausweichen. Doch der entspricht nicht den Standards.

Satz mit X: Die Stadt muss tatsächlich den erst jüngst aufgestellten Schulpavillon an der Flurstraße abreißen! Das Ausweichquartier für die Adalbert-Stifter-Realschule war erst im Februar fertiggestellt worden. Für 4,1 Millionen Euro! Doch eröffnet wurde es nie - wegen Mängeln in der Statik. Im Baureferat ist man sichtlich sauer über den Bauunternehmer. Der jedoch schweigt zu den Vorwürfen.

Die Stadt und ihre Schulpavillons! An der Gerastraße waren erst vor Kurzem die Gips-Decken runtergekracht. Ebenso an der Oettingenstraße. Und in dem Container an der Fröttmaninger Straße hatten Fachleute Formaldehyd entdeckt. Jetzt die nächste Pavillon-Panne!

Unternehmen konnte Mängel nicht beseitigen

Schuld ist aber die Baufirma. "Vor dem Hintergrund des umfangreichen und eng getakteten Schulbauprogramms ist dieses eklatante Firmenversagen besonders ärgerlich", sagt eine Sprecherin des Baureferates. Das Unternehmen habe den von ihm geschuldeten Statik-Nachweis nicht erbringen können. Ferner war es wohl nicht in der Lage, die Mängel zu beseitigen. Ein Gespräch im Juli verlief ohne zufriedenstellendes Ergebnis. "Jetzt haben wir den Vertrag gekündigt." 

Der Betrieb soll die Container in den Herbstferien bis spätestens Januar wieder abbauen - auf eigene Kosten versteht sich. Apropos Geld: Die Stadt freilich verlangt die bereits geleisteten Zahlungen zurück und wird die Firma für etwaige Folgekosten in Regress nehmen! Die Firma will sich dazu nicht äußern.

Stadträtin: "Firma kommt auf Schwarze Liste"

"Dass bei einem solch enormen Vorhaben wie der Schulbauoffensive nicht alles reibungslos verläuft, ist logisch", sagt Stadträtin Birgit Volk (SPD). Das Referat habe nun gut reagiert. "Und ich gehe davon aus, dass die Firma nun auf die Schwarze Liste kommt."

Kritik kommt von Stadtrat Richard Quaas (CSU): "Die Bauaufsicht muss früher eingreifen! Es kann nicht sein, dass die Stadt erst merkt, dass etwas nicht stimmt, wenn das Gebäude schon steht." Für die Schule sei nun eine mittlere Katastrophe eingetreten. "Die hat jetzt damit gerechnet, in neue Räume einzuziehen."

Denn die Realschule platzt aus allen Nähten - und das seit Jahren! Die Fachräume werden bereits als Klassenzimmer genutzt, manche Schüler werden sogar im Keller unterrichtet. Die Stadt hat bereits reagiert, ab Herbst soll es zumindest für den Übergang eine provisorische Lösung geben. Einen Pavillon.

Sascha Karowski

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