„Es ist wackeliger, als ihr denkt“

CSU-Bezirksparteitag: Söder warnt vor zu moderatem Kurs

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Markus Söder, hier im Landtag, sieht in München die Themen Mieten und Flüchtlinge als die entscheidenden für die Wahl.

München - In der Münchner CSU rumort es, Markus Söder warnt bei seinem Besuch beim Bezirksparteitag, man könne bei den Wahlen 2017 und 2018 leicht Stimmen verlieren.

Der Hauptredner bringt viele Schmeicheleien mit – und eine Warnung. Ausdauernd und ohne Angst vor Wiederholungen erwähnt Markus Söder seine enge Freundschaft zu „Lui und Georg“, gemeint sind die Kabinettskollegen Spaenle und Eisenreich. Er preist München als „reich und sexy“. Die CSU München warnt der Finanzminister dann aber in klaren Worten davor, sie könne bei den Wahlen 2017 und 2018 leicht ihre Mandate verlieren.

„In der Großstadt ist es viel wackeliger als man denkt“, sagt Söder bei seinem Auftritt vor den 60 Delegierten des Bezirksparteitags am Dienstagabend. Die Politik müsse sich mehr mit den Nichtwählern befassen, und die CSU dürfe nicht darauf vertrauen, „sich in der Mitte zu tummeln“. Die Partei müsse „aufpassen, dass wir nicht den selben Fehler machen wie die SPD“ und eine Partei am äußeren Rand zulasse. „Rechts von uns darf sich keine dauerhafte demokratische Partei etablieren.“

Söder sagt das häufiger, er will die Worte von Dienstagabend nicht speziell auf den Münchner Bezirksverband bezogen wissen. Dort müht man sich allerdings besonders, einen liberalen Großstadtkurs, wie ihn Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid vertritt, zusammenzubringen mit dem Abdecken der rechten Flanke. Söder rät dazu, stärker auf zwei, drei Themen zu setzen: Wohnen – die CSU als Mieterpartei. Und die Flüchtlingspolitik: „Dieses Thema wird beherrschend bleiben, weil es tief ins Grundwasser der Politik reicht.“

Der Nürnberger bei den Münchnern – überraschend ist der Auftritt nicht. Eisenreich gilt als enger Vertrauter Söders, rief ihn schon mal zum nächsten Ministerpräsidenten aus. Für den Finanzminister ist es somit ein eher gemächlicher Abend. Er lässt jede Möglichkeit aus, eine Spitze gegen Parteichef Horst Seehofer zu setzen. Dem internen Münchner Knatsch, immer mal wieder aufwallend, weicht er auch aus.

Eines fällt auf im Saal: Der Kreisverband der 2015 gestürzten Vize-Bezirksvorsitzenden Mechthilde Wittmann fehlt geschlossen – eine Terminkollision, teilt Spaenle mit. Die restlichen Delegierten wählen mit 97 Prozent Evelyne Menges zu Wittmanns Nachfolgerin.

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