Nach Zaunstreit hängt der Haussegen schief

CSU gegen SPD: Wie lange geht das im Rathaus noch gut?

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OB Dieter Reiter (l.) schien es zu genießen, als Bürgermeister Josef Schmids Zaun durchfiel.

München - Nach Bürgermeister Josef Schmids Schlappe bei der Abstimmung um einen Sicherheitszaun an der Wiesn ist die CSU sauer auf Koalitionspartner SPD. Wie lange geht das im Rathaus noch gut?

Zufall oder inszeniert? Oder arbeitet die SPD schlampig? Nach Bürgermeister Josef Schmids (CSU) Schlappe bei der Abstimmung um einen Sicherheitszaun an der Wiesn sind die Schwarzen so sauer auf den roten Partner wie noch nie seit Beginn des Zweckbündnisses vor zwei Jahren. Nach außen hin gibt man sich cool, doch man will die Sache nicht auf sich beruhen lassen.

Am Dienstag hatte die SPD Schmids Plan bei der Rathaus-Abstimmung durchfallen lassen. Schmid wollte einen ausrollbaren Zaun auf der Wiesn installieren, um Überfüllungen wie im vorigen Jahr zu vermeiden.

Alle Experten im KVR waren dafür, auch der neue KVR-Chef Thomas Böhle (SPD) schien deren Rat zunächst folgen zu wollen. Noch am Montag hielt er den Zaun für „sachgerecht“. In der Sitzung am Dienstag sprach er sich plötzlich dagegen aus, seine Fraktion ließ die Sperre dann auch durchfallen. Dabei habe es zwischen den bei den Fraktionen im Vorfeld mehrere Besprechungen gegeben, in denen auch der Zaun-Plan angesprochen wurde, heißt es bei der CSU. Es habe keinen Widerspruch bei der SPD gegeben. CSU-Fraktionschef Hans Podiuk versucht, der SPD „nur“ einen „Riesen technischen Fehler“ zu unterstellen.

Podiuks Kritik: „So können Kooperationspartner nicht zusammen arbeiten.“ Andere CSUler schimpfen: „Die haben den Seppi eiskalt auflaufen lassen, damit er blöd dasteht.“ Was das für das Bündnis bedeutet? „Das ist viel gefährlicher als alles, was wir bislang an Streitpunkten hatten.“ Künftig könne es sein, dass man der SPD bei der Suche nach Kompromissen nicht mehr so entgegenkommt wie bislang.

CSU-Stadrat Michael Kuffer: „Der neue Referent Böhle ist jedenfalls schon beschädigt.“ Aus dem SPD-Lager war am Mittwoch nicht viel zu hören. Schmids Vorlage sei „zu dünn“ und „nicht schlüssig“ gewesen, hieß es. Bleibt die Frage, wie lange das mit Schwarz-Rot noch gut geht.

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