Riem: Chaotische Zustände in Gewofag-Haus

Unser Wohnblock verkommt zum Saustall!

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Anneliese Schumann und Monika Wolferseder wohnen in diesem Wohnblock in der Messestadt Riem. Es wird von der städtischen Wohnungsgesellschaft Gewofag verwaltet

München - Müll im Keller, zerschlagene Bänke im Hof, zerdepperte Fenster im Flur –  in einer von der städtischen Gewofag verwalteten Anlage in Riem herrscht das Chaos.

Müll im Keller, zerschlagene Bänke im Hof, zerdepperte Fenster im Flur – Anneliese Schumann (65) und Monika Wolferseder (66) sind verzweifelt. Sie wohnen in einer von der städtischen Gewofag verwalteten Anlage in Riem. Die Damen klagen: „Unser Block verkommt zum Saustall.“

Im Müllraum haben sich am Boden eklige Flecken gebildet

Ende 2007 war Wolferseder in den neu erbauten Wohnblock an der Willy-Brandt-Allee eingezogen. „Ich musste aus meiner Wohnung in Neuperlach raus, weil sie nach dem Auszug meiner Tochter mit 72 Quadratmetern zu groß für mich alleine geworden war“, so die geschiedene Steuergehilfin, die mit 60 Jahren entlassen wurde. Das Wohnungsamt brachte sie in Riem unter. Den Mietvertrag für die 48-Quadratmeter-Wohnung musste Wolferseder unterschreiben, bevor das Haus überhaupt fertig war. „Als ich einzog, war ich geschockt, wie trist die Anlage ist. In Neuperlach habe ich mich wohler gefühlt.“

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CSU-Stadtrat und Sozialexperte Marian Offman traute vorigen Freitag bei einer Begehung der Anlage seinen Augen nicht: „Die Treppenhäuser sind stark verschmutzt. Die Wände beschmiert und verkratzt – ebenso wie die Aufzugskabinen.“ Die Leuchten im Freien funkionierten schon lange nicht mehr. „Auch in den Außenanlagen lag Sperrmüll, der seit Monaten nicht abgeholt werde und es fehlen Türgriffe.“ Offman will die Schuld nicht den Mietern geben: „Es ist die Aufgabe der Hausverwaltung, solche Missstände sofort abzustellen. Wenn man das nicht macht, leistet man einer beschleunigten Verslumung Vorschub.“ Offman muss es wissen, denn er ist selbst Hausverwalter von Beruf.

Im Außenbereich sammelt sich Müll unter dieser Stahltreppe. Hier wurde schon lange nicht mehr sauber gemacht

Außerdem hat der Sozialpolitiker Spannungen zwischen den Gewofag-Mietern und den Nachbarn aus den Eigentumsanlagen beobachtet: „Die Kinder aus den unterschiedlichen Wohnanlagen werden angewiesen, auf dem gemeinsam großen Spielplatz nicht miteinander zu spielen.“ Offman kritisiert: „Eine Sozialbetreuung findet nicht statt.“ Als Folge der Missstände beobachtet er: „Viele Wohnungen stehen leer.“ Offman fordert per Rathaus-Anfrage Auskunft darüber, wie es zu den Missständen kommen kann.

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An der Gewofag perlt die Kritik ab: „Die Gewofag reagiert auf alle Beschwerden, wie beispielsweise den Abtransport von Sperrmüll, Reinigung der Treppenhäuser, etc., direkt und ohne Verzögerungen. Die Gewofag ist stets bemüht, für ein angenehmes Wohnklima in der Anlage zu sorgen.“

Johannes Welte

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