Stärkere Kontrolle in der Stadt

An diesen Brennpunkten will die CSU mehr Überwachungskameras

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Bilder aus der Leitstelle der Münchner Verkehrsgesellschaft.

München - Mehr Kameras, mehr Überwachung, eine eigene Sicherheitszentrale der Stadt - wir zeigen, was die CSU in München für mehr Sicherheit plant.

Die CSU plant die nächste Sicherheits-Offensive! Weil sich OB Dieter Reiter (58, SPD) beim Parteitag der Genossen durchaus wohlwollend hinsichtlich weiterer Überwachung geäußert hat, will der Kooperationspartner neue Anträge stellen: mehr Kameras, mehr Überwachung, eine eigene Sicherheitszentrale der Stadt! Das geht aus einem Eckdaten-Beschluss hervor, der unserer Zeitung exklusiv vorliegt. „Das ist eine klare Ansage: keine Schlupfwinkel mehr für Kriminelle“, sagt Fraktions-Vize Michael Kuffer (44). Wie berichtet hatte die CSU unlängst mehr Kameras am Hauptbahnhof gefordert. Das jedoch lehnt die SPD im Stadtrat ab! Wir zeigen hier, was die CSU wo plant:

  • Die Videoüberwachung an Brennpunkt-Plätzen soll lückenlos gewährleistet sein. Konkret gilt das unter anderem am Sendlinger Tor, Hauptbahnhof, Odeonsplatz, Alten Botanischen Garten – aber auch am Orleansplatz.
  • Weitere Forderung: Präventiv soll die kommunale Videoüberwachung vor allem an den klassischen Angsträumen ansetzen: Haltestellen, Unterführungen, Parkplätze sowie gefahrenträchtige Parks und Grünanlagen. Auch die Verkehrsgesellschaft soll handeln, die Überwachung in Fahrzeugen zur Echtzeit-Überwachung ausbauen.
  • Wo Kameras noch hinkommen, dürfen laut CSU die Bezirksausschüsse vorschlagen. Interessant: Vor Kurzem hatte der BA Altstadt Kameras fürs Tal gefordert. Das lehnten Stadt und Polizei ab!
  • Eine neue Sicherheitszentrale soll geschaffen werden. Dort könnte nicht nur der städtische Ordnungsdienst seine Aufgaben wahrgenommen, sondern auch die Bilder könnten ausgewertet werden.

Bürgermeister Josef Schmid (47, CSU): „Auf potentielle Straftäter wirkt Videoüberwachung erwiesenermaßen abschreckend. Auch die Aufklärung von Verbrechen wird erleichtert. Ich begrüße deshalb die Initiative.“ Die Sicherheit der Münchner habe oberste Priorität. „Wir werden jetzt Druck machen, dass wirksame Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit umgesetzt werden.“ 

So läuft die Überwachung bisher

Die Polizei überwacht mit jeweils drei Kameras den Platz um das Sendlinger Tor und den Stachus. Die Kameras, die während der Wiesn und der Christkindlmärkte aufgebaut sind, stehen dort nur für diese Zeit. Dazu kommen Hunderte Kameras für die Verkehrsüberwachung. Diese Bilder werden in der Verkehrsleitzentrale ausgewertet.

Mittlerweile sind alle ­S-Bahnzüge mit Kameras ausgestattet. Das macht bei 253 Zügen 3988 Kameras. Die zeichnen aber nur auf und werden nach 72 Stunden überspielt. Dazu kommen Kameras an allen Bahnhöfen der Stammstrecke sowie an ausgewählten anderen. Lediglich an großen Bahnhöfen wie dem Hauptbahnhof werden die Kameras live überwacht.

Auch bei der Münchner Verkehrsgesellschaft sind Kameras im Einsatz. Von insgesamt 4500 Stück sind 3000 in Fahrzeugen und 1500 in den Bahnhöfen untergebracht. Somit werden alle 100 U-Bahnhöfe überwacht. Die Bilder gehen in die Leitstelle, wo stichprobenartig kontrolliert wird. Gespeichert sind die Daten bis zu sieben Tage. Bei den U-Bahn-Zügen sind 500 Kameras in 128 von 564 Wagen in Betrieb. Speicherdauer: 48 Stunden. Die 21 neuen U-Bahnzüge vom Typ C2 (126 Wagen) sind ab Werk mit Kameras ausgestattet.

Bei den Straßenbahnen sind aktuell 97 von 110 Trams mit insgesamt rund 750 Kameras ausgerüstet. Und fast alle der rund 320 eigenen Busse verfügen über insgesamt gut 1400 Videokameras. Speicherdauer: 48 Stunden. Bei den privaten Bus-Partnern der MVG laufen derzeit gut 150 von rund 300 Fahrzeugen mit etwa 680 Kameras. Die MVG plant in allen Fahrzeugsparten eine Vollausstattung. Die Umsetzung erfolgt entweder durch den Kauf neuer Fahrzeuge, die alte Fahrzeuge ablösen und bereits ab Werk mit Kameras ausgestattet sind, oder durch die Nachrüstung von Videokameras.

Die Polizei kann auf die Kameras der Bahnhofsüberwachung direkt zugreifen; in den Fahrzeugen werden die Bilder auf Festplatten aufgezeichnet, die im Bedarfsfall auf Anforderung entnommen und von dieser zu Ermittlungs- und Fahndungszwecken gesichtet werden. 

Sascha Karowski

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