Verbesserter Türmechanismus

Darum pfeifen die Münchner S-Bahnen jetzt bei jedem Halt

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Wenn die Tür öffnet, leuchtet jetzt oben die Warnlampe rot.

München – Die Fahrgäste der Münchner S-Bahn müssen sich künftig an ein schrilles Pfeifen gewöhnen. Es soll zum Beispiel Sehbehinderten beim Ein- und Aussteigen helfen.

Die S-Bahn-Pendler haben es vielleicht schon gemerkt: In den S-Bahnen ertönt seit kurzem bei jedem Stopp am Bahnhof mehrere Sekunden lang ein schriller Pieps- oder Pfeifton. Ein bisschen nervt es. Gleichzeitig geht über der Tür ein rotes Lämpchen an. Erst danach schaltet der Türknopf auf grün, die Tür lässt sich öffnen.

An dieses neue Signal werden sich die S-Bahn-Fahrer gewöhnen müssen. Denn die S-Bahn München muss in allen Fahrzeugen eine neue Fahrzeug-Software installieren. Das sei eine Bestimmung, die von der EU erlassen wurde, erklärt ein Bahn-Sprecher. „Der müssen wir hier nachkommen.“ Sie besagt, dass die Türfreigabe jetzt auch akustisch angezeigt werden muss. „Das ist zum Beispiel für sehbehinderte Fahrgäste nützlich“, sagt der Sprecher. Sie tun sich dann beim Ein- oder Aussteigen leichter.

Derzeit ist der Signal noch nicht in allen S-Bahnen zu hören, sondern nur in manchen. Die Software wird erst nach und nach in allen 238 Fahrzeugen aufgespielt. „Das dürfte sich noch einige Wochen hinziehen“, erklärt der Sprecher.

Die Bahn hat schon mehrmals den Türschließmechanismus nachgebessert – zuletzt 2014. Damals führte die Bahn ein neues Verfahren ein, um den Abfertigungsprozess zu beschleunigen. Der Lokführer kann jetzt per Knopfdruck die Lichtschranken deaktivieren und die Türen per Knopfdruck schließen. Dadurch sollen wertvolle Sekunden gewonnen werden. In der Regel schließt die Tür erst sechs Sekunden, nachdem die Lichtschranke frei ist.

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