Dana Vávrovás Arzt erklärt die vier gefährlichsten Tumorarten bei Frauen

Der Kampf gegen den Krebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig.
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Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig.

Unbemerkt wucherte der Krebs in Dana Vávrovás Körper. Ungebremst breitete er sich aus, befiel andere Organe, bildete die gefürchteten Metastasen. Da fragen sich viele: Wie kann ein Tumor bei einer jungen Frau so aggressiv wachsen, dass es keine Rettung mehr gibt?

Professor Klaus Friese, der Dana Vávrová bis zum Schluss im Klinikum Großhadern betreute, war am Freitag immer noch schockiert über den tragischen Tod der Schauspielerin: „Es geht mir immer sehr nahe, wenn wir eine Patientin verlieren. Aber leider gibt es gerade bei den gynäkologischen Tumoren besonders heimtückische Krebsarten, gegen die selbst die besten Kliniken noch nicht genügend ausrichten können.“

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Zu diesen gynäkologischen Tumoren zählen Brust-, Eierstock-, Gebärmutterhals- und Gebärmutterkörperkrebs. Am häufigsten tritt Brustkrebs auf. „Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 57 000 Frauen an diesem Tumor“, so Prof. Friese. „Jede dritte dieser Patientinnen verliert den Kampf gegen den Krebs, das sind rund 18 000 Todesfälle.“

Weil immer mehr Frauen regelmäßig zur Mammographie gehen, lassen sich Tumore immer früher erkennen und dadurch immer öfter heilen.

Doch trotz der 18 000 Todesfälle ist Brustkrebs noch längst nicht der gefährlichste Tumor. An Eierstockkrebs erkranken zwar nur 9000 Frauen pro Jahr. Doch für 6000 von ihnen, das sind zwei Drittel, kommt jede Hilfe zu spät. Prof. Friese: „Den Eierstockkrebs fürchten wir besonders, weil er lange Zeit keine Symptome hervorruft. Wenn Beschwerden auftreten, sind sie meist durch Metastasen verursacht. Und dann haben wir meist keine Chance mehr.“

Am zweitgefährlichsten ist laut Friese der Gebärmutterhalskrebs. Hier zählt die Statistik 6500 Neuerkrankungen pro Jahr und 2600 Todesfälle. Das wären 40 Prozent. „Diese Zahlen ärgern mich besonders“, sagt Friese. „Denn gerade diese Krebsart könnte nahezu ausgerottet werden. Erstens haben wir hervorragende Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchung. Jede Frau sollte sich ab der Zeit, in der sie sexuell aktiv wird, einmal pro Jahr vom Frauenarzt einen Abstrich vom Gebärmutterhals entnehmen lassen. Unter dem Mikroskop lassen sich Krebsvorstufen leicht erkennen. Dann kann man verdächtiges Gewebe abtragen und die Krebsgefahr ist gebannt. Außerdem wissen wir heute, dass dieser Tumor hauptsächlich durch HPV-Viren ausgelöst und übertragen wird. Dagegen gibt es den modernen HPV-Test, den aber viele Kassen nicht bezahlen. Und natürlich die ganz neue Impfung gegen HPV.“

Leider bezahlen viele Kassen auch eine besonders sorgfältige Form der Früherkennung nicht. Denn während ein normaler Abstrich auf Kassenkosten nur mit einem Wattestäbchen durchgeführt wird, lassen sich durch den neuen Thin-Prep-Test wesentlich mehr Zellen im Abstrich gewinnen, so dass die Laboruntersuchung wesentlich genauer ausfällt. „Außerdem“, klagt Prof. Friese, „geht fast die Hälfte aller Frauen überhaupt nicht zur Vorsorgeuntersuchung.“

Die vierte Krebsart, der Gebärmutterkörperkrebs, tritt zwar rund 11 000 mal pro Jahr in Deutschland auf. Meist sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen. Doch oft macht sich dieser Tumor dann durch ungewöhnliche Blutungen bemerkbar und kann rechtzeitig operiert werden. Deshalb sterben nur 17 Prozent der Patientinnen.

Doch das alles kann Dana Vávrová jetzt nicht mehr helfen. Damit jedoch andere Frauen vom Krebs möglichst verschont bleiben, rät Prof. Friese: „Bitte gehen Sie jedes Jahr zu Ihrem Frauenarzt. Durch regelmäßige Früherkennung lässt sich die Krebsgefahr vermindern.“

Michael Timm

Quelle: tz

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