Urteil

Doppelmord in Portugal - Lebenslange Haft

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Wegen Mordes an der eineinhalbjährigen Alexandra und ihrer Mutter wurde jetzt der 45-jährige Angeklagte vom Münchner Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

München - Wegen Mordes an seiner Ex-Geliebten und dem gemeinsamen Kind in Portugal ist ein 45 Jahre alter Mann zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Verteidigung hatte in dem Indizienprozess Freispruch gefordert.

Die halbe Mordkommission lauschte diesem Urteil: Lebenslange Haft für Gunner D. (45)! Der Mann, der seine Ex-Freundin Georgina Z. (30) und die gemeinsame Tochter Alexandra (21 Monate) in Portugal auf teuflische Weise getötet hatte, wird über zwei Jahrzehnte im Straubinger Hochsicherheitsgefängnis sitzen. Denn Vorsitzender Richter Michael Höhne befand: „Die Schuld wiegt besonders schwer.

Gunnar D. ermordete seine Freundin Georgina und die gemeinsame Tochter Alexandra

Der Kfz-Techniker war schon mit einer Indonesierin befreundet. Dennoch bandelte er in Stuttgart mit der Angolanerin Georgina Z. an – fürte ein Doppelleben. „Entsprechend seiner Vorliebe für exotische Frauen“, so Höhne, „war sein Interesse ausschließlich sexuell motiviert.“ Als Georgina Z. die kleine Alexandra zur Welt brachte, wollte sich Gunnar Z. vor der Unterhaltszahlung drücken. Und seine andere Freundin durfte davon nichts erfahren.

Deshalb sollten Mutter und Kind sterben. Höhne: „Die Algarve-Küste erschien für seinen Plan der geeignete Tatort.“ Gunnar D. reiste zunächst alleine nach Portugal, um den Tatort genau auszukundschaften. Dann überredete er Georgina Z., mit dem Kind mitzufliegen.

Am 10. Juli 2010, dem letzten Urlaubstag, setzte Gunnar D. seinen Mordplan um. An dem einsamen Strand Praia do Canavial tauschte er erst mit Georgina Zährlichkeiten aus, dann ging er mit ihr ins Wasser. Ein Zeuge beobachtete, wie er sie plötzlich brutal unters Wasser drückte. Sie wehrte sich verzweifelt, kratzte und biss ihn. Vergeblich. Nach drei bis fünf Minuten, so ein Gerichtsmediziner, war der Todeskampf vorbei.

Zeugen beobachteten, wie er die laut weinende Alexandra von der Decke am Strand nahm und zum Mietwagen trug. Richter Höhne: „Im Mietwagen tötete er auf nicht mehr feststellbare Weise das ihm nun schutzlos ausgelieferte Kind.“ Im Hotel angekommen, packte der Täter eilig seine Sachen und die Papiere seiner Opfer zusammen und flog nach München. Dort klickten die Handschellen.

E. Unfried

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