Wegen sechs Missbrauchs-Fällen vor Gericht

Edel-Italiener vergeht sich an Mädchen (13)

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, eine heute 14-Jährige mehrfach sexuell missbraucht und sogar vergewaltigt zu haben.

München - Ein 48-jähriger Wirt aus dem Münchner Westen steht vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, ein junges Mädchen insgesamt sechs Mal missbraucht , in einem Fall sogar vergewaltigt zu haben.

Als sie ihn kennenlernt, ist sie zwölf Jahre alt. Er ist Ende 40, führt ein italienisches Restaurant im Münchner Westen und hat diesen kleinen, goldigen Trüffelhund. Regelmäßig holt sie den Hund ab und geht Gassi, im Gegenzug lädt der Mann sie zum Essen ein, fährt mit ihr an die Isar, kauft ihr Dinge, die ein junges Mädchen haben will. Später, sie ist mittlerweile 13 Jahre alt, kommt der Mann ihr zu nahe. Als sie sich wehrt, droht er laut Staatsanwaltschaft damit, sie und den Hund umzubringen. Jetzt – wieder ein Jahr später – sitzt der Mann auf der Anklagebank.

Stefano Z. (48, alle Namen geändert) versteckt sein Gesicht minutenlang hinter einem schwarzen Ordner. Erst als die Richterin ihn auffordert, sein Gesicht zu zeigen, senkt er die Hände. Seine Verteidigerin erklärt, ihr Mandant sei „sehr nervös“. Er soll das Mädchen, Elena K. (14), in sechs Fällen missbraucht – in einem Fall sogar vergewaltigt haben. Sein Verteidiger kündigt an, sein Mandant werde die Übergriffe zugeben – alles, bis auf die Vergewaltigung.

Als die Staatsanwältin die Anklage verliest, presst Stefano Z. beide Arme an die Brust, er schwitzt, blinzelt, sein Kiefermuskel arbeitet unentwegt. Der verheiratete Mann, markante Nase, gepflegtes, graues Haar, liest jedes Wort der Anklage mit, eine Dolmetscherin übersetzt zusätzlich ins Italienische. Zwischen Januar und August 2015 soll er Elena K. in sechs Fällen bedrängt haben. In seinem Porsche, beim Sonnen an der Isar, an einem Badesee im Nordwesten Münchens. Er soll ihr Nackt-Fotos aufs Handy geschickt und sie aufgefordert haben, dasselbe zu tun.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr, soll Z. das Mädchen in seinem Fiat-Familienwagen vergewaltigt haben. Als sie sich wehrte, hielt der Mann sie fest, nahm einen mehrere Zentimeter langen Nagel und drohte, sie und den Hund umzubringen, wenn sie schreien würde. Irgendwann nach der Tat vertraute sich das junge Mädchen ihrem Vater an.

Die Verteidiger beantragen beim Prozessauftakt, die Öffentlichkeit auszuschließen – die Angaben zur Sache würden naturgemäß die Taten und somit das Mädchen berühren. Außerdem werde sich Z. sonst nicht zu den Vorwürfen äußern. Elena K. ist nicht im Saal, ihre Vernehmung solle später per Video gezeigt werden. Die Öffentlichkeit wird schließlich ausgeschlossen. Die Verteidiger beantragen zudem, eine eigene Gutachterin im Saal zu belassen. Sie soll die Glaubwürdigkeit des Mädchens prüfen, da es „zahlreiche Ungenauigkeiten und Widersprüche“ in deren Aussagen gebe. Mittwoch geht der Prozess weiter.

tos

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