Unfallopfer Cornelia Graf (59):

"Ein Irrer wollte mich überfahren"

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„Ich bin froh, dass mir nichts passiert ist“, sagt Opfer Cornelia Graf (50).

München - Eigentlich wollte Cornelia Graf (50) nur zur Arbeit fahren. Doch dabei wurde sie Opfer eines brutalen Rambos! Die unglaubliche Geschichte beschäftigte die Richter des Landgerichts.

Im Zeugenstand erzählte die Servicekraft eines Restaurants am Wörthsee am Dienstag, was ihr am 26. Juli 2012 auf dem Weg von Fürstenfeldbruck passierte. „Ich fuhr langsam durch die Tempo-30-Zone in der Maistraße in Steinebach. Es war sehr schmal, vor einem Haus stand ein Anhänger. Dahinter preschte plötzlich ein Auto heraus – ohne Vorwarnung.“ Am Steuer sitzt Andreas A. (38): Er ist wütend, weil seine Eltern sein Auto in die Werkstatt gaben. Um es abzuholen, steigt er in den Wagen seines Vaters – und donnert mit Vollgas vom Garagenvorplatz aus rückwärts auf die Straße. Dort rammt er den Audi TT von Cornelia Graf! „Er traf mich am Heck. Ich habe mich sehr erschrocken und wollte den Mann gleich zur Rede stellen.“

Sie steigt aus, läuft die Einfahrt hoch und macht sofort erste Fotos von dem Unfall. „Da ist er plötzlich ausgerastet.“ Andreas A. brüllt laut herum, steigt wieder in sein Auto und fährt ein Stück die Einfahrt hoch. Doch plötzlich prescht er wieder herunter! „Er versuchte gezielt, mein Auto zu rammen. Und knallte mit voller Wucht hinein!“

Aber damit nicht genug! Andreas A. ist völlig außer sich – und startet ein neues Manöver. „Nach dem Crash setzte er zurück und zeigte plötzlich auf mich. Er gab Gas und wollte mich überfahren“, sagt Cornelia Graf. „Zum Glück stand eine Betonsäule in der Einfahrt – ich sprang dahinter, um mich zu retten. Mein Gefühl war: Dieser Mann wollte mich tot sehen!“

Selbst nach dieser Attacke kann sich Andreas A. nicht beruhigen. Er will erneut nach vorne stoßen, würgt den aber Motor ab. „Seine Mutter sprang zum Wagen und zog den Autoschlüssel aus der Zündung.“ So kann der wild gewordene Hausmeister nicht mehr weiterfahren!

Seine Eltern rufen die Polizei. Vater Reinhard versucht Andreas A. festzuhalten, bis die Beamten eintreffen – ihn beißt der Angeklagte und schlägt ihn mit einem Hammer, den er von der Werkbank zu fassen kriegt. Zwei Polizisten greift er mit einer 60 Zentimeter langen Astsäge an und versucht ihnen die Dienstwaffen zu entreißen. Nur mit Gewalt ist er zu stoppen – nach der Festnahme muss der Notarzt ihm sogar ein Beruhigungsmittel spritzen.

Hausmeister Andreas A. (38, mit Anwalt Norbert Grossmann) räumte seinen Angriff gestern ein.

Vor Gericht räumt Andreas A. seinen Ausraster am Dienstag „im Großen und Ganzen“ ein. Wegen gefährlichem Eingriffs in den Straßenverkehr und Körperverletzung wurde ihm der Prozess gemacht! Laut Richter Ott gilt A. nicht – wie in der Anklage – , als schuldunfähig. Ihm droht jetzt der Knast!

Andreas Thieme

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