Innovation

Die EinDollarBrille: Hilfe für 150 Millionen Menschen

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Ein kleines Mädchen freut sich über die EinDollarBrille.

Mehr als 150 Mio. Menschen brauchen eine Brille, können sich aber keine leisten. Kinder können nicht lernen, Erwachsene können nicht arbeiten. Martin Aufmuth möchte das mit seiner Erfindung, der EinDollarBrille ändern.

Dieser Augenblick wird sein Leben verändern: Der 80-jährige Simon schaut zum ersten Mal durch eine Brille. „Oh - ich kann die Vögel sehen! Die habe ich bisher immer nur gehört! Und ich sehe die Blätter an den Bäumen!“ Bei der Arbeit auf seinem kleinen Feld konnte Simon die letzten Jahre fast nichts mehr sehen. Seine Ernte wurde immer schlechter und er hatte große Angst zu verhungern. Jetzt strahlt er über das ganze Gesicht über seine neue Brille. So wie Simon in Malawi geht es weltweit über 150 Millionen Menschen: Kinder die nicht lernen können, Erwachsene die nicht arbeiten und für ihre Familien sorgen können.

Vor ein paar Jahren hat Martin Aufmuth (42), damals noch Lehrer für Mathe und Physik, in einem Buch von dem Problem weltweiter Fehlsichtigkeit gelesen. „Ich dachte damals: schade, da müsste doch die Politik etwas dagegen tun“, erinnert sich Aufmuth. Am nächsten Tag sah er zufällig im Ein-Euroladen eine billige chinesische Lesebrille: Für 1 Euro! „Ich dachte: seltsam, im reichen Deutschland gibt es solche Brillen und in Afrika nicht?“ Das war der Tag, an dem Martin Aufmuth damit begann, sich mit Brillen zu beschäftigen. Monatelang experimentierte er zuhause in seinem Keller, studierte rund 1000 Patente. Eines Tages war sie fertig: Die erste EinDollarBrille.

Bereits mehrfach ausgezeichnet: Die EinDollarBrille

Die EinDollarBrille besteht aus einem stabilen Federstahlrahmen in den die beiden Gläser mit einem einfachen Handgriff eingeklickt werden können. Die Materialkosten für eine Brille betragen nur rund einen Euro. Verkauft wird die Brille dann für 2-3 ortsübliche Tageslöhne. Auch sehr arme Menschen können sich diese Brille leisten.

Martin Aufmuth und sein Team vom EinDollarBrille e.V. bilden Menschen in Entwicklungsländern in der Herstellung und dem Vertrieb der Brillen aus. Diese können mit ihrer Arbeit sich und ihre Familien ernähren. Das Projekt soll sich später durch den Verkauf der Brillen tragen. Hilfe zur Selbsthilfe, die funktioniert!

Hergestellt wird die EinDollarBrille auf einer einfachen Handbiegemaschine. Diese passt in eine kleine Holzkiste mit 30 cm Kantenlänge. Bis zu 30.000 Brillen können damit pro Jahr hergestellt werden.

Mehrfach ausgezeichnet

Die EinDollarBrille wurde bereits mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie von der Siemens Stiftung unter 800 Projekten weltweit den 1. Preis. In den USA gewann sie den renommierten Tech Award. Der von Aufmuth 2012 gegründete EinDollarBrille e.V. ist heute bereits in 8 Ländern in Afrika und Lateinamerika aktiv. Alleine in Deutschland engagieren sich über 170 Ehrenamtliche für die Hilfsorganisation.

„Unser Ziel ist der Aufbau einer augenoptischen Grundversorgung in Entwicklungsländern. Auch arme Menschen sollen die Möglichkeit haben, in ihrer Nähe qualitativ hochwertige und günstige Brillen zu bekommen“, so Martin Aufmuth. Für den Aufbau von Strukturen, für Biegemaschinen und die Durchführung der Trainings ist Aufmuth dringend auf Spendengelder angewiesen.

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