Gezielte Jagd auf Tierquäler

Elend der Bettlerhunde: Stadt verschärft Kontrollen

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Immer häufiger setzen Bettler Hunde ein, um Mitleid zu erregen. Das KVR hat nun entschieden, dass verstärkt kontrolliert wird, ob Tiere misshandelt werden.

München - Sie werden oft betäubt mit Schmerzmitteln und Alkohol – Münchens Bettlerhunde. Vor gut einer Woche berichteten wir groß über den miesen Mitleidstrick der Bettelmafia, um die Vierbeiner ruhig zu stellen. Jetzt gibt es endlich eine gute Nachricht.

Die Stadt hat reagiert! „Die Teams unseres Veterinäramts sind nun nochmals verstärkt worden“, erklärt der Sprecher des Kreisverwaltungsreferates, Johannes Mayer. Heißt: Die Kontrolleure machen jetzt gezielt Jagd auf die Tierquäler.

Stellt sich die Frage: Was passiert, wenn einem Team der Tierärzte nun auffällt, dass ein Hund offensichtlich betäubt wurde. „Wir können da sofort handeln“, erklärt Johannes Mayer. „Die Amtstierärzte dürfen das Tier gleich mitnehmen.“ Auch ohne Polizei. Der Hund wird dann ins Tierheim gebracht, wo ihn Experten aufpäppeln. Mayer: „Das gilt immer, wenn der Verdacht besteht, dass sie misshandelt wurden. Nicht nur bei einer Betäubung.“ Also auch, wenn die Hunde beispielsweise geschlagen werden. Schon seit einem Jahr kontrolliert das Amt hier übrigens verstärkt, nun wird die Personalzahl aber nochmal aufgestockt.

Der Trick mit den Hunden nahm besonders in den letzten Monaten extrem zu. Gründe hierfür dürfte auch das Verbot sein, Kinder beim Betteln mitzubringen. Zudem hatte die Stadt jedes aggressive Betteln im Stadtkern unter Strafe gestellt. Immer wieder hatten sich nämlich Passanten beschwert, dass sie von Bettlern direkt angegangen worden seien. Nach dem tz-Bericht forderte die Stadtratsfraktion der CSU nun ein generelles Verbot von Hunden, die von der Mafia beim Betteln eingesetzt werden.

Angemeldet müssen übrigens alle Hunde sein. Ohne Impfpass kann jeder Vierbeiner vom Amt sofort „beschlagnahmt“ werden. Interessant: Die Zahl der legalen Hunde ist in München immens gestiegen. Waren es 2008 noch gut 29 000 Vierbeiner, sind es mittlerweile rund 36 000.

Und noch eine Zahl: Im vergangenen Jahr hat das Tierheim insgesamt 1200 Hunde untergebracht. Bedeutet auch: Bald geht der Platz aus!

...und diese armen Zamperl hat die Polizei gerettet

In guten Händen: Bulldogge Henry mit Bundespolizistin Jamie.

Das Schicksal der Bulldogge „Henry“ bewegte Sonntagfrüh die Beamten der Bundespolizei am Hauptbahnhof. Um 6.50 Uhr gab eine wirr und betrunken wirkende Frau (28) den Hund dort einfach auf der Wache ab – mit dem Hinweis, dass dies „für alle das Beste“ sei. Gut möglich. Und vielleicht Henrys Glück. Denn Bundespolizistin Jamie (23) erklärte sich bereit, den französischen Bulldoggen-Rüden vorerst bei sich aufzunehmen. Wenn die Besitzerin und das Tierheim nichts dagegen haben, ist es gut möglich, dass Jamie den glücklichen Henry schon bald für immer adoptiert.

Ungewiss ist dagegen die Zukunft dreier kleiner Kampfhundwelpen. Die Mastiff-Staffordshire-Mischlinge befreite die Polizei am Freitag aus dem völlig verdreckten Kofferraum eines Mercedes in der Hansastraße. Der Wagen wurde von einem Rumänen (26) gefahren, der lediglich erklärte, die Welpen stammten „aus dem Ausland“. Sie werden im Tierheim aufgepäppelt.

Armin Geier/dop

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