"Wir brauchen die Stellen, sonst zerreißt es uns"

Engpass im KVR: Jetzt ist sogar die Wahl gefährdet

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Lange Warteschlangen im Kreisverwaltungsreferat ...

München - Mit der dünnen Personaldecke wird es für das KVR immer schwieriger, die Aufgaben zu bewältigen. Sogar die Abwicklung der nächsten Kommunalwahlen ist in Gefahr.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) schlägt Alarm! Mit der dünnen Personaldecke werde es immer schwieriger, die Aufgaben zu bewältigen. Sogar die Abwicklung der nächsten Kommunalwahlen ist in Gefahr. „Wir brauchen die Stellen dringend, sonst zerreißt es uns“, sagt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. „Sonst wird der Bürger an der Funktionsfähigkeit der Verwaltung zweifeln.“ Am Dienstag hat der Kreisverwaltungsausschuss rund 60 neue Stellen beschlossen. Der Stadtrat muss noch zustimmen.

Heimaufsicht, Gewerbe, Bußgeldstelle, Branddirektion, Veterinäramt und natürlich alles rund um An- und Abmeldungen im Einwohneramt – das sind nur einige Aufgaben des KVR mit seinen 3800 Mitarbeitern. Und es ist letztlich auch die Behörde, die am häufigsten mit Bürgerangelegenheiten zu tun hat. Darin liegt auch das Problem: Denn München wächst unaufhaltsam. Und das KVR muss mitwachsen.

... und vor der Kfz-Zulassungsstelle: Jetzt gibt’s 60 neue Stellen.

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Problemen und langen Warteschlangen vor den Bürgerbüros. Oder sogar zu deren vorzeitiger Schließung: „Das ist aber kein böser Wille oder Resignation“, sagt Blume-Beyerle. Erst im Sommer hatte der Stadtrat 70 neue Stellen genehmigt. Für die Bürgerbüros. „Aber es dauert auch Monate, bis die besetzt sind“, sagt der KVR-Chef. Das liegt unter anderem daran, dass die Lebenshaltungskosten in München hoch sind und der öffentliche Dienst nicht mehr so attraktiv ist. Und selbst wenn die Stellen besetzt sind, müssten einige neue Mitarbeiter erst mal auf Schulungen. „Das dauert wirklich lange.“

Die neuen Jobs entstehen unter anderem in der Kfz-Zulassungsbehörde – einem der am stärksten frequentierten Bereiche der Stadtverwaltung. Zug um Zug sollen neue Mitarbeiter eingestellt und eingearbeitet werden. Auch in der Geschäftsleitung des KVR wird das Personal aufgestockt – unter anderem für die Abwicklung von Wahlen und Abstimmungen sowie für die IT. Für das Haushaltsjahr 2017 sind noch einmal 59 Stellen geplant – trotz der in München angespannten Finanzsituation. Aber man hat wohl keine Wahl!

S. Karowski

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