Vor Gericht gesteht er seine Taten

Er ist der brutale Apotheken-Räuber

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Marek T. (19) droht jetzt eine Haftstrafe.

München - Maskiert. Mit Luftdruck-Pistole. Und einem Zettel, auf dem Medikamente notiert waren. So überfiel Marek T. (19, Name geändert) drei Apotheken. Seit Dienstag steht er vor Gericht – und gab alles zu.

„Mein Mandant bereut zutiefst, was er getan hat“, sagt Verteidiger Santosh Gupta. Selbst der Rechtsanwalt findet keine Erklärung für das Verhalten von Marek T. Der hatte sich im Herbst 2015 für 160 Euro am Ostbahnhof eine Pistole gekauft. So betrat er am Abend des 14. Oktober die Apotheke in der Eberwurzstraße. Aber der Versuch scheiterte: Als ein Fußgänger vorbeikam, rannte er weg.

Eine Woche später hatte T. Erfolg. In der Ittlingerstraße erpresst er Betäubungsmittel und 3655 Euro Bargeld. „Die Apothekerin schrie laut“, sagt Marek T. „Ich gab ihr eine Tüte, wo sie die Beute reinlegen konnte.“ Nach der Tat ging er nach Hause. „Ich hatte Schuldgefühle. Aber auch große Euphorie, dass ich endlich mal was geschafft habe.“ Vier Wochen später schlug der Schüler noch einmal zu – in der Lerchenauer Straße. Beute: 1430 Euro und etliche Medikamente. Meist Schmerz- und Beruhigungsmittel.

Die konsumierte Marek T. seit Jahren – von den Eltern unbemerkt. „Er hat sich immer Freunde gewünscht. Und konnte nicht verstehen, warum er so einsam war“, sagte seine Mutter aus. „Mitschüler fanden ihn langweilig. Die Schulzeit war nicht einfach für ihn.“ Trotzdem meisterte Marek T. die Fachoberschule (FOS). Notenschnitt: 1,4. „Im Nachhinein weiß ich, wie groß der Stress für ihn war. Er konnte wohl nur noch mit Medikamenten entspannen.“

Die hatte er sich aber illegal geraubt – und die Apotheker in Todesangst versetzt. Dafür droht Marek T. nun eine Haftstrafe.

Andreas Thieme

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