Tierquäler Ernst K. (73) ertränkte Kater Rocco

Kater Rocco wurde grausam umgebracht
+
Kater Rocco wurde grausam umgebracht

München - An Heiligabend quälte Ernst K. (73) den schwarzen Kater Rocco auf grauenhafte Weise zu Tode. Danach grinste er den trauernden Nachbarn auch noch an. Jetzt spielt er den Vogelfreund.

An Weihnachten – so sollte man glauben – sind alle Menschen ein wenig milder gestimmt. In einer Moosacher Siedlung jedoch lebt ein Rentner (73), dem solche Regungen fremd sind. Am Heiligen Abend quälte Ernst K. (73) den schwarzen Kater Rocco auf eine derart grauenhafte Weise zu Tode, dass man es nicht glauben kann. Zurück blieb eine tief traurige Familie und eine empörte Nachbarschaft, die Ernst K. mit allen juristischen Mitteln zur Rechenschaft ziehen will.

Der knapp dreijährige Kater Rocco lebte bei der Familie des Versicherungskaufmanns Andreas O. (50). Ein echtes Familienmitglied und ein toller Freund für das Ehepaar, die 15 Monate alte Tochter und für Rusty, den Mini Australian Shepherd. Jeden Morgen gegen 5 Uhr ließ Andreas O. den Kater hinaus. Zwei Stunden später war er wieder da. Immer. Doch am Morgen des 13. Dezember pfiff Andreas O. umsonst. Rocco war und blieb verschwunden. Die O.’s warfen 250 Suchzettel in die Briefkästen ihrer Nachbarn – auch bei Ernst K.

An Heiligabend um 9.40 Uhr zerriss ein grauenhaftes Gekreische in Ernst K.’s Garten den Weihnachtsfrieden. Entsetzt stürzten die Leute auf die Straße. Was sie hinter dem mit Stacheldraht umzäunten Grundstück sahen, war schockierend. Mit dem scharfen Strahl seines Gartenschlauchs quälte Ernst K. sadistisch grinsend eine in eine Marderfalle eingesperrte, schwarze Katze. Rocco! Immer wieder traf der Strahl das qualvoll ertrinkende Tier. Auf die empörten Nachbarn reagierte Ernst K. nicht. Jemand rief die Polizei.

Erst auf energisches Nachfragen der Beamten rückte Ernst K. („Was denn für eine Katze?“) endlich das sterbende Tier heraus, das er im Müllsack in der Garage versteckt hatte. Als Tierärztin Dr. Birgit Schwarzmann von der Tierrettung München eintraf, war Rocco schon tot. Andreas O. wohnt nur 50 Meter weit entfernt. Er war in der Küche, als der Anruf kam. Seine Trauer ist unendlich. Seine Wut auch: „Der Kerl hat mich angegrinst. Ich hätte mich beinahe vergessen.“ Er hat seinen Anwalt eingeschaltet: „Ich werde den Mann auf Schmerzensgeld und Schadensersatz verklagen, so hoch wie möglich. Das spende ich dann der Tierrettung.“ Den Kummer um den Verlust des geliebten Katers kann das nicht lindern. Und auch nicht die Alpträume der Nachbarin, die „das gottserbärmliche Geschrei des armen Tieres hört“, sobald sie die Augen schließt. Weihnachten war damit für alle gelaufen.

Die Polizei nahm Ernst K. fest, ließ ihn erkennungsdienstlich behandeln, zeigte ihn wegen Sachbeschädigung und Tierquälerei an. In der Gegend sind in den letzten Jahren auffallend viele Katzen verschwunden. Ein Anwohner sagte am Mittwoch: „Wir hatten uns schon alle gegenseitig verdächtigt. Jetzt werden wir Familie O. unterstützen, wo wir können.“ Gesucht wird auch immer noch der Täter, der im Bereich Max-Born-Straße tödliche Hundeköder auslegte.

Ernst K. ließ Reporter am Mittwoch wissen: „Ich habe acht Vogelhäuschen auf meinem Grundstück.“ Als die Polizei sein Tierabwehrspray beschlagnahmte, erklärte er frech, er werde sich ein neues Spray kaufen. In den Tagen von Roccos Verschwinden hatten Nachbarn immer wieder leisen Katzenjammer gehört. Es besteht der Verdacht, dass Ernst K. Rocco tagelang in einer Gewalt hatte.

Dorita Plange

Dorita Plange

Dorita Plange

E-Mail:Dorita.Plange@tz.de

auch interessant

Meistgelesen

Das sagen Wirtsleute und Gäste zum Aus fürs Café Tambosi
Das sagen Wirtsleute und Gäste zum Aus fürs Café Tambosi
Karte: So viel zahlt die Pharma-Industrie an Münchner Ärzte
Karte: So viel zahlt die Pharma-Industrie an Münchner Ärzte
Lkw-Fahrer will Stau auf A99 umgehen - und landet hier
Lkw-Fahrer will Stau auf A99 umgehen - und landet hier
Polizeisprecher hat jetzt eine eigene Fanseite auf Facebook
Polizeisprecher hat jetzt eine eigene Fanseite auf Facebook

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion