Europas größtes Start-up-Festival

Bits & Pretzels im ICM: Hollywoodstar Spacey macht Mut

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Oscar-Preisträger Kevin Spacey fordert Gründer auf, Risiken einzugehen. Er selbst investiert in Startups.

München - Rund 5000 Teilnehmer hatten sich zu Bits & Pretzels, Europas größtem Start-up-Festival, angemeldet. Stargast im ICM: Hollywood-Schauspieler Kevin Spacey.

Was soll ein Hollywood-Schauspieler jungen Firmengründern beibringen? „Ihr müsst mit euren Unternehmen gute Geschichten erzählen“, ruft Kevin Spacey (57) den Teilnehmern des Start-up-Festivals Bits & Pretzels zu. „Oder glaubt ihr, Starbucks macht den besten Kaffee? Ich bezweifle das!“ Es sei die Geschichte, welche die Kaffee-Kette so groß gemacht habe. „Wir sind alle im Geschäft der Geschichtenerzähler“, sagte der Oscar-Preisträger im Kongresszentrum ICM.

Bei Bits & Pretzels 5000 sind Menschen ­dabei.

Bei seiner Rede schlüpfte Spacey immer wieder in andere Rollen, unter anderem imitierte er die Schauspielerkollegen Jack Lemmon und Brad Pitt. Den Gründern im Publikum machte er Mut: „Risikobereitschaft zahlt sich aus! Niemand, der auf Nummer sicher geht, wird es zu etwas bringen.“ Zum Abschluss seiner 40-minütigen Rede schickte der Amerikaner noch einen vergifteten Gruß an US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump: Dieser habe auch kommen wollen. „Aber dann hat er herausgefunden, dass München voll ist von dem, was er am meisten hasst: Ausländer.“

Nach Angaben der Organisatoren hat sich das dreitägige Treffen mittlerweile zur größten Veranstaltung dieser Art in Europa entwickelt. Rund 5000 Teilnehmer hatten sich zu Bits & Pretzels angemeldet, viele von ihnen kamen – dem Dresscode entsprechend – in Dirndl und Lederhosn zu dem ausverkauften Event. Am Dienstag steht Netzwerken der besonderen Art an: 5000 Nachwuchsgründer, Investoren und Studenten feiern dann im Schottenhamel-Zelt auf der Wiesn. Die tz hat Teilnehmer befragt.

Das Fachwissen der Welt endlich speichern

Marco Maier (26) und Felix Meißgeier, Gründer aus München: Wir sorgen dafür, dass Fehler an Maschinen einfacher und effizienter behoben werden können. Das funktioniert so: Ein Techniker in einer großen Fabrik hat Probleme mit einer Maschine, er öffnet unsere App Viscopic und verbindet sich via Videotelefonie mit einem unserer Experten, der den Techniker bei der Reparatur anleitet. Anschließend speichern wir diese Kommunikation – bisher ging das kommunizierte Wissen wieder verloren. Wir pflegen es in eine Datenbank ein. Und wenn ein Techniker denselben Maschinentyp reparieren muss, kann er das Wissen abrufen. Mithilfe einer Cyberbrille wird die Reparatur-Anleitung in 3D in die Wirklichkeit eingebettet.

Markus Perl (34), Projektmanager und Gründer aus München: Ein Grund hierherzukommen ist, sich mit anderen Unternehmern kurzzuschließen. Noch interessanter ist: Junge, dynamische Menschen treffen und sich austauschen. Wenn mir die Idee eines Start-ups gefällt, investieren wir – entweder finanziell oder indem wir die Start-ups bekannter machen. Es muss eine Idee sein, bei der ich mir denke: ‚Ja, genau das brauche ich!‘ Das ist eine total emotionale Entscheidung. Ideen wie Uber oder Airbnb – jederzeit ein Taxi zu bekommen oder eine Wohnung für die nächste Städtereise: so etwas spricht jeden an und erleichtert den Alltag. Wenn ich dann noch sehe, dass sich das Unternehmen rentiert, ist die Sache für mich klar.

Probleme lösen

Philip Kluz (26), Informatik-Student: Große, erfolgreiche Unternehmen sind hier versammelt – ich aber weiß schon seit Jahren, dass ich einmal mein eigener Chef sein will. Mein eigenes Ding starten! Deswegen schaue ich mich hier unter den Startups um: Wie gehen die Menschen hier mit Problemen um, wie werden sie gelöst? Das inspiriert einen ungemein! Ich möchte zum Beispiel das Reisen endlich ins Internet­zeitalter überführen. Außerdem ziehen einen beim Bits & Pretzels natürlich die Redner an. Das war eine große Rede vom charismatischen Kevin Spacey – so etwas motiviert mich.

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