Reisebüro Rathaus

tz exklusiv: Dahin reisten die Münchner Stadträte

London, Madrid, Dubai, Kapstadt oder sogar nach Las Vegas – diese Städte waren 2014 die beliebtesten Reiseziele im Münchner Rathaus.

München - Aus Unterlagen, die der tz exklusiv vorliegen, geht hervor, wohin und wie oft die Stadträte und Bürgermeister fliegen. Eingeführt wurde die Erfassung von den Grünen, die die Liste anführen.

Berlin, Madrid, London, Dubai und Las Vegas. In diese Metropolen ist das Rathaus 2014 ausgeflogen. Das geht aus Unterlagen hervor, die der tz exklusiv vorliegen. Mitte April beschäftigt sich der Stadtrat damit.

Die Grünen hatten im Jahr 2010 beantragt, dass alljährlich erfasst wird, welche Stadträte und Mitarbeiter der Verwaltung dienstlich das Flugzeug nutzen. Das hatte natürlich einen umweltpolitischen Hintergrund. Denn für jeden geflogenen Kilometer zahlt die Stadt seither einen Obolus an die atmosfair. Das eine gemeinnützige Gesellschaft, die Klimaschutzprojekte fördert. Dazu zählen etwa ein Kleinwasserkraftwerk in Honduras oder effizientere Öfen in Ruanda. Eine Ausgleichszahlung quasi.

Aus der Liste für das Jahr 2014 geht nun hervor, dass die Stadt weniger ausgeflogen ist, als im Jahr zuvor. 2107 Personen haben einen Flieger bestiegen. 2013 waren es noch 2788 Menschen. Dadurch sinkt freilich auch der CO2-Verbrauch. 575,81 Tonnen stehen 798,59 Tonnen gegenüber.

Laut Umweltreferat hatten die Rathaus-Reisenden die Flugziele Köln (Kurzstrecke), Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Madrid und London (Mittelstrecke) sowie Dubai, Las Vegas und Kapstadt auf dem Radar. In 99,8 Prozent der Fälle wurde Economy gebucht!

Vielflieger bei den städtischen Referaten ist das für Bildung und Sport mit 462 Passagieren im Jahr 2014. Auf den Plätzen folgen das Sozialreferat (411 Passagiere) und das Kulturreferat. Allerdings sind bei den 260 Passagieren auch die Philharmoniker mit eingerechnet! Am wenigsten war das Kommunalreferat unterwegs: 16 Passagiere.

Kurios: Bei den Parteien im Rathaus belegen die Grünen den ersten Platz: 23 Fluggäste – und damit nur knapp weniger als alle übrigen Parteien zusammen (26)! „Ich kann mir das nicht erklären“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Sabine Krieger. Die Umweltpartei als Vielflieger? „Das ist natürlich nicht angenehm, da will ich nichts schönreden“, sagt Krieger. Sie verspricht: „Wir werden der Sache nachgehen.“ Aber flugs.

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