Rückgabe des Zwangsgeldes

Vergleich: München zahlt AC Mailand 50.000 Euro

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Filippo Inzaghi mit dem Mailänder Trikotsponsor bwin. Der AC Milan bekommt nun 50.000 Euro von der Stadt.

München - Champions-League 2006/2007: Der AC Mailand tritt beim Viertelfinale in München trotz eines städtischen Verbots mit Wett-Werbung auf den Trikots an. Das kostet 100 000 Euro Zwangsgeld. Acht Jahre später gab's jetzt eine Begegnung vor Gericht.

Die Stadt München hat sich fast zehn Jahre nach einem Rechtsstreit um Trikotwerbung mit dem AC Mailand auf einen Vergleich geeinigt. Von den 100 000 Euro Zwangsgeld bekommt der italienische Fußballclub die Hälfte zurück. Darauf einigten sich die beiden Parteien am Montag vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.

Die Milan-Profis waren in einem Champions-League-Spiel der Saison 2006/2007 beim FC Bayern in der Münchner Arena mit Trikots aufgelaufen, auf denen für einen Sportwetten-Anbieter geworben wurde. Dies hatte die Stadt zuvor unter Androhung von 100 000 Euro Zwangsgeld untersagt und diese Summe dann auch einen Tag nach dem 2:0-Sieg der Gäste eingefordert.

Daraufhin zog der AC Mailand vor Gericht. Die Italiener hatten argumentiert, ein derartiges Werbeverbot sei nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes unzulässig. Das juristische Nachspiel verlor der Verein jedoch 2011 in erster Instanz beim Verwaltungsgericht München, nachdem die staatliche Aufsichtsbehörde den Widerspruch gegen das Zwangsgeld zurückgewiesen hatte.

Werbeverbot war Verstoß gegen EU-Recht

Vor dem Verwaltungsgerichtshof wiederholte der Anwalt des Mailänder Clubs nun mehrmals: „Das Werbeverbot war ein Verstoß gegen EU-Recht.“ Anwalt Clemens Weidemann berief sich dabei auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs: Die Untersagung von Werbung privater Glücksspiel- und Sportwettenanbieter sei rechtswidrig. Schließlich habe der Freistaat Bayern für seine eigenen Glücksspielangebote „geworben, was das Zeug hielt“, interpretierte der Anwalt das Urteil des EuGH.

„Wie ist das Spiel eigentlich ausgegangen?“, erkundigte sich der Vorsitzende Reinhard Senftl. „2:0 für Mailand“, kam die Antwort postwendend. „Da könnte man davon ausgehen, dass die 100 000 Euro ein Klacks waren“, schmunzelte Senftl. Der Vergleich kann noch binnen zehn Tagen widerrufen werden.

dpa

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