Acht Monate nach Überfall auf Rentnerin

Prügel-Räuber festgenommen – ist er ein Serientäter?

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In diesem Haus wurde Helga P. übel zugerichtet.

München - Ist der Polizei jener Mann ins Netz gegangen, der am 10. März Helga P. (86, Name geändert) ausgeraubt und übel zugerichtet hat? Der Täter gibt nicht alles zu.

Durch einen Abgleich der DNA vom Tatort mit Spuren von mehreren Einbrüchen könnte die Mordkommission jetzt auf den mutmaßlichen Täter gestoßen sein. Doch der streitet den Überfall ab.

Als die tz Helga P. kurz nach dem Mordversuch im Krankenhaus besucht, sitzt die Seniorin tieftraurig auf ihrem Bett. Ihr Gesicht und ihr Oberkörper sind mit blauen Flecken übersät. Der Einbrecher hatte es auf ihre Habseligkeiten abgesehen. „Er hat meine Schmuckkästchen leergeräumt“, sagte Helga P. damals. Doch vorher hatte er die Rentnerin brutal aus dem Weg geräumt.

Rückblick: Helga P. lebt allein in Ottobrunn. Ihr Ehemann leidet an Demenz, wohnt in einem Altenheim. Gegen 20.15 Uhr klingelt der Täter an der Haustür der 86-Jährigen. Helga P. rechnet mit Besuch, öffnet. Später sagt sie: „Ich habe gedacht, es wären Verwandte.“ Es kommt ganz anders: Zwei schnelle Schläge ins Gesicht – als Helga P. am Boden liegt, versetzt ihr der Mann noch Fußtritte gegen den Kopf. So heftig, dass P. das Bewusstsein verliert. Als das hilflose Opfer wieder zu sich kommt, wählt sie den Notruf. Mit Prellungen und Platzwunden wird sie ins Krankenhaus gebracht.

Ermittler finden Spur

Der Angriff war so brutal, dass die Mordkommission die Ermittlungen aufgenommen hat. Jetzt, acht Monate später, könnte der Durchbruch gekommen sein. Den Ermittlern gelang es, eine DNA-Spur des Unbekannten am Tatort zu sichern. In der Datenbank der Kripo wurde schnell klar: Die gesuchte Person war schon öfter aktiv. Denn dieselbe Spur fanden die Beamten bei drei Einbrüchen in Getränkemärkten und Gaststätten. Allerdings: Wer dieser Einbrecher ist, welcher Mensch zu diesem genetischen Fingerabdruck gehört, war lang nicht klar – bis der mutmaßliche Täter Diebesgut im Internet zum Kauf anbot. Damit hatten die Ermittler das fehlende Bindeglied. Und: Sie hatten einen Namen, schnappten einen 22-Jährigen aus Neuperlach!

Der Staatsanwalt erließ Haftbefehl gegen den Mann. Die Einbrüche gesteht er, vom Raubüberfall auf Helga P. will er aber nichts wissen.

Johannes Heininger

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