Integration in München

Flüchtlinge werkeln bei BMW an ihrer Zukunft

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Zakaria Darkhan arbeitet hoch motiviert bei BMW.

München - Vor einem Jahr erreichte Zakaria Darkhan München. Er war aus Syrien geflohen. Nun bekam der 19-Jährige die Chance, bei BMW an seiner Zukunft zu basteln.

Mit seinen 19 Jahren hat Zakaria Darkhan dem Leben schon öfter die Stirn geboten. Seit einem Jahr lebt der gebürtige Syrer nun in München. Als Teilnehmer des EQII-Programms von BMW (siehe Infokasten) bekommt er jetzt seine erste große Chance, an seiner Zukunft zu werkeln.

Esmatullah Harres, Ismad Al-Ahmed und Deaa Alrehani sind ebenfalls bei BMW engagiert.

Doch nicht immer sah es für den aufgeschlossenen Syrer so positiv aus. Vor zwei Jahren noch lebte der damals 17-Jährige zusammen mit seiner Familie in Damaskus, Hauptstadt des Kriegsgebiets Syrien. „Dort zu bleiben war unmöglich“, sagt Zakaria. So startet er die bisher längste Reise seines Lebens. Zuerst nach Ägypten, dann geht es mit dem Schiff weiter nach Italien und anschließend über Frankreich nach Deutschland. Zakarias Familie wohnt bis heute in Syrien.

Ausbilder Roman Lindner lobt die Flüchtlinge

Angekommen in Bayerns Hauptstadt beginnt ein komplett neues Kapitel für den jungen Syrer. In nur sechs Monaten lernt er Deutsch und zieht in eine WG mit anderen Flüchtlingen. Die ist ganz in der Nähe seines heutigen Arbeitsplatzes. „Vom Programm bei BMW habe ich über das Internet und das Arbeitsamt erfahren.“ Es folgt eine Bewerbung, ein Eignungstest – und schließlich eine Zusage! „Ich habe mich riesig gefreut“, strahlt Zakaria. Zusammen mit sieben anderen Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan steht er nun in der Metallverarbeitung an den Maschinen.

„Die Flüchtlinge sind unglaublich motiviert“, lobt Ausbilder Roman Lindner (25). Mit viel Energie packen Zakaria und die anderen jungen Männer jetzt ihren großen Wunsch an: komplett integriert zu sein.

So funktioniert das Programm EQII bei den Autoprofis

Die sechsmonatige Einstiegsqualifizierung (kurz: EQII) von BMW macht junge Flüchtlinge fit für den Einstieg in die Ausbildung. Unterstützt wird die Aktion von der Bundesagentur für Arbeit. Ein halbes Jahr lang lernen die Teilnehmer allerhand wertvolle fachliche Grundlagen. Hilfe erhalten die Flüchtlinge dabei von einem persönlichen Paten, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Einen von fünf Arbeitstagen verbringen sie in der Berufsschule, hier stehen Deutschunterricht und technisches Know-how auf dem Stundenplan. Nach sechs Monaten bekommen die Absolventen dann ein Zertifikat und werden im besten Fall sogar als Azubis bei BMW übernommen.

Sabrina Höbel

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