Zwei Nepalesen waren bereits in 117 Ländern

Friedens-Radler stoppen in München: In 13 Jahren um die Welt

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Stopp in München: Lok Bandhu Karki (r.) und Janardan Khanal radeln für den Frieden um die Welt.

München - Zwei Nepalesen machen Stopp in München. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch diese zwei Friedens-Radler haben schon sehr viel erlebt.

Die Geschichte ist verrückt. Sie beginnt schon völlig verrückt. Es ist Mittwochmittag, die Stadt ist wegen des holländischen Königspaares aus dem Häuschen – plötzlich sitzen da zwei Fremde im Foyer, mit weiten Gewändern und lustigen Hüten. Draußen lehnen vollgepackte Radl, gespickt mit Fähnchen und Schildchen. Mit ihren kurzen Fingern durchblättern die Männer dicke Mappen, halten einem Zeitungsartikel in fremden Sprachen unter die Nase, wedeln mit Reisepässen voller bunter Stempel und Aufkleber. Was die Herren wünschen? Den Weltfrieden? Na dann …

Den Reisenden scheint es ernst zu sein. Auf Englisch stellen sich Mr. Lok Bandhu Karki (38) und sein Begleiter Mr. Janardan Khanal (50) aus Nepal vor. Ihre Hände formen ein Dach, kurze Verbeugung, „Namaste“ allerseits. Nach und nach wird klar, dass die irre Geschichte schon viel länger läuft. Seit 2004 seien sie unterwegs. Über 65 000 Kilometer auf dem Radl, 117 Länder auf allen Kontinenten, Treffen mit Präsidenten, Königen, Zeitungsleuten auf der ganzen Welt. Die fleckigen Mappen sind voller Beweisfotos und Beweisartikel.

Beweisfotos aus China, Rumänien und Berlin

Beliz, Jemen, Kambodscha, Malaysia, China, Indien, Russland, Rumänien, Frankfurt, Hamburg, Berlin – wie eine Nähmaschine rattert Mr. Karki Städte und Länder herunter. „Wir reisen von Land zu Land, Kontinent zu Kontinent, und verbreiten eine einfache aber allgemeingültige Botschaft“, erklärt Mr. Karki. „Ewiger Friede und echte Menschlichkeit!“ Mal mit dem Radl, mal per Fähre, mal mit dem Flieger. Kein Sponsor, nur Ersparnisse, Kredite, Spenden.

Früher unterrichtete Karki Kinder. In Nepal brach der Bürgerkrieg aus, Krieg und Zerstörung,. Mr. Karki beschloss, etwas zu unternehmen. Er ging von Dorf zu Dorf, predigte Frieden. 2004 hat er 67 von 75 Distrikte in Nepal besucht. Er expandiert. Zu Beginn seiner Weltreise habe er drei Begleiter gehabt, einer sei in Bangladesh an Malaria und Geldbfieber gestorben, der andere in Laos von einem Berg gestürzt. Übrig blieben er und Mr. Khanal. Sieben beziehungsweise fünf Radl haben sie bereits verschlissen, Mr. Karki füllt seinen fünften Reisepass. Nach drei Tagen München geht es heute weiter in die Schweiz. Die Mission: In den nächsten 21 Monaten wollen Mr. Karki und Mr. Khanal weitere 36 Länder bereisen. Dann wären es 153.

Tobias Scharnagl

Tobias Scharnagl

E-Mail:Tobias.Scharnagl@tz.de

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