Das rollt auf uns zu

Mega-Projekte: Ring, Sendlinger Straße und Giesinger Steg

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Staufalle Mittlerer Ring.

München - Sendlinger Straße, Giesinger Steg und der Mittlere Ring – das sind die Dauer-Verkehr-Themen in der Stadt. Am Mittwoch hat der Stadtrat die Frage nach der Brücke am Giesinger Berg beantwortet.

Eine Studie bezeichnet den Mittleren Ring als Staufalle Nummer eins in Deutschland. Und auch zur Fußgängerzone gibt es Neuigkeiten. Eine Übersicht:

Münchner für die Flarniermeile

Offenbar wünscht sich ein Großteil der Bevölkerung die Erweiterung der Fuß­gängerzone in der Sendlinger Straße! Das geht aus einer Umfrage des Regional­instituts für Mittelstandsmarktforschung aus München hervor. Die Stadt will bekanntlich in einem Verkehrsversuch testen, wie die Erweiterung ankommt. Ein Jahr lang ist die Sendlinger Straße dann komplett für Autos und Radler gesperrt.

Bei der Winterumfrage des Instituts votieren 61 Prozent der Befragten für die Erweiterung der Fußgängerzone bis zur Herzog-Wilhelm-Straße. 18 Prozent sind eher dagegen. Der Rest ist derzeit unentschlossen oder hat keine Antwort abgegeben.

Die Bevölkerung der Stadt und der Region wird durch das Regionalinstitut ­viermal jährlich im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage zu verschiedensten Themen schriftlich befragt. Die jüngste der Reihe ging vom 11. Februar bis 3. März 2016. Befragt wurden 742 Personen. 

Noch mehr Stau wegen Tunnelbau?

Der Mittlere Ring ist Deutschlands Staufalle Nummer eins! Die Autofahrer verloren dort voriges Jahr 93 Stunden. Alleine zwischen Donnersbergerbrücke und Schlüsselbergstraße stehen die Autofahrer 31,92 Stunden, zwischen Innsbrucker-Ring-Tunnel und Ifflandstraße 27,72 Stunden und zwischen Lerchenauer Straße und Ifflandstraße 26,84 Stunden pro Jahr im Stau (Münchens Staufallen aus der Luft betrachtet). Das hat der Verkehrsdaten-Dienstleister INRIX ermittelt. Insgesamt standen voriges Jahr Münchens Autofahrer 53 Stunden länger im Stau als 2014 – das sind etwa zehn Prozent! Damit kletterte München von Platz 6 auf Platz 4 der schlimmsten Stau-Städte Deutschlands – hinter Stuttgart, Köln und Karlsruhe.

An der Landshuter Alle dauert es ab Ende des Jahres übrigens noch länger: Der 1978 errichtete Tunnel wird sechs Monate lang für 3,2 Millionen Euro saniert. Beleuchtung, Brandmeldeanlage und Verkehrstechnik sind veraltet und müssen ausgetauscht werden. Dabei wird nur das Notwendigste repariert. Der Tunnel soll ja abgerissen und in einer verlängerten Version neu gebaut werden. Die Technik, die man jetzt einbaut, wird wiederverwendet bzw. dient als Ersatzteillager. 

Giesing: Brücke verzögert sich

Die Giesinger Brücke wird noch nicht in diesem Jahr gebaut.

Die Brücke über den Giesinger Berg wird doch nicht für das Förderprogramm des Bundes angemeldet – zumindest nicht in diesem Jahr. Das hat der Stadtrat entschieden. Denn die Verwaltung schafft es nicht, alle Planungen und Unterlagen vor dem 19. April einzureichen. Dann endet die ­Bewerbungsfrist für das Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Die Krux: Unter anderem muss eine Rampe im Isarhang errichtet werden. „Der Hang ist nicht sehr standsicher“, sagte Baureferentin Rosemarie Hingerl im Stadtrat. Daher sind noch Untersuchungen durchzuführen. Die Bewerbung soll daher erst im nächsten Jahr erfolgen. Gebaut wird die Brücke aber auf jeden Fall – dann mit eigenen Mitteln. 

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