Gastbeitrag einer Bloggerin und Mutter

Darum ist München eine super Stadt, um Kinder großzuziehen

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Dominika Rotthaler, Münchner Bloggerin und Mutter zweier Kinder.

München - Wieso behaupten manche Eltern, Kinder sollten nicht in einer Großstadt aufgezogen werden? Dominika Rotthaler könnte sich für ihre beiden Jungs keine bessere Stadt als München vorstellen. Ein Gastbeitrag.

Ich bin ein typischer Stadtmensch, der nie auf dem Land gelebt hat. Als Kind verbrachte ich zwar meine Sommerferien bei meinen Großeltern in einem alten Holzhaus, das am Rande eines großen Waldes stand. Aber dort die ganze Zeit zu wohnen, kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht ändert sich ja diese Einstellung im Alter, nun aber bin ich mit meiner Wahlheimat München sehr zufrieden. Auch für meine beiden Jungs (5 und 3 Jahre) könnte ich mir keine bessere Stadt vorstellen.

Ich sehe schon die Kommentare: „Wer Kinder hat, ist im Umland besser aufgehoben“. Oder:  „Eine Kinderbetreuung zu finden, ist in München fast unmöglich". Oder vielleicht: „Man sollte ein Kind doch nicht in der Großstadt großziehen". Aber ich sage Ihnen eins – in meinen Augen ist München eine super Stadt, um Kinder großzuziehen!

München ist ein großes Dorf

„München ist ein großes Dorf“, sagt man ja so oft. Was bedeutet das eigentlich? Als ich in Hamburg gelebt habe, meinte meine Kollegin, dass München sehr provinziell sei. Was meinte sie damit? Nicht modern, nicht innovativ, nicht schnell genug – so stellte ich mir damals die Stadt vor. Nun lebe ich selbst seit sechs Jahren in München und muss sagen: Ich liebe die Münchner Provinzialität! Sie bedeutet für mich eine bestimmte Verlangsamung, aber im positiven Sinne. Die Stadt ist kein Rennstall und kein erbarmungsloser Konkurrenzkampf – das Leben lässt sich hier genießen.

Ich muss nicht extra aufs Land fahren, um meinen Kindern Fahrradfahren beizubringen. Dafür gehe ich mit ihnen in den nahgelegenen Park und wir üben einfach dort. Oder wir planschen im Sommer in einem der vielen Freibäder. Wir genießen viele Sommertage in einem Biergarten, beim Picknicken oder beim Grillen am See. Wir radeln jeden Tag in den Kindergarten und brauchen im Alltag kein Auto. Im Winter nehmen wir unseren Schlitten und fahren den Olympiaberg runter. Wenn das Wetter schlecht ist, gehen wir in die Stadtbibliothek, ins Kindertheater oder in ein Kindecafé mit einer Spielecke.

Und wenn wir die Natur wirklich vermissen, fahren wir mit der S-Bahn oder der BOB-Bahn und machen schöne Ausflüge ins Umland. Innerhalb einer Stunde sind wir am See oder in den Bergen. Somit können wir beides verbinden: das Stadtleben mit seinem vielfältigen Angebot und die Natur, die von München sehr schnell erreichbar ist.

Auch die Nähe zu den vielen Nachbarländern soll man nicht unterschätzen, denn wer den Familienurlaub im Ausland verbringen möchte, erreicht von München aus in kürzester Zeit Italien, Österreich, Schweiz, Polen oder Tschechien.

Doch eine Großstadt?

Gibt es hier einen Haken? Klar, wie jede Stadt, ist München gefährlicher als ein kleines Dorf, in dem gute Nachbarschaft noch eine andere Bedeutung hat. Und ja, die Sache mit der Kinderbetreuung kann viele Familien abschrecken. Hier bin ich aber der Meinung, dass es schon klappt, wenn man etwas flexibler sein kann. Denn ich kenne kaum Familien, die letztendlich gar keinen Betreuungsplatz fanden. Vielleicht war das nicht die Wunsch-Kita oder sie mussten etwas längere Wege in Kauf nehmen, trotzdem sind ihre Kinder in die Betreuung gekommen.

Ich bin sehr froh, ein Teil dieser Stadt zu sein, und auch sehr zufrieden, dass meine Kinder hier aufwachsen können! Für meine beiden Jungs gilt: In München geboren, in der Welt zu Hause!

Dominika Rotthaler vom Blog "From Munich with Love"

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