Schutz ist unzureichend

Gesundheitsreferentin ruft Münchner zum Impfen auf

München - Diesen Montag startet die Bayerische Impfwoche mit einer Veranstaltung in der Münchner Fußgängerzone. Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs appelliert an die Münchner, sich und andere zu schützen.

Die diesjährige Bayerische Impfwoche startet am Montag in der Münchner Fußgängerzone. Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs ruft daher die Münchner Bevölkerung zum Impfen auf: „Eine Impfung bedeutet nur einen kleinen Piks, der die Gesundheit und sogar Leben retten kann. Wer sich impft, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere." Impfen sei auch ein Dienst an der Gemeinschaft, betont sie. "Wir sollten auch nicht denken, Impfen sei nur eine Angelegenheit für Kinder." Auch Erwachsene sollten sich schützen. 

Die Bayerische Impfstrategie sieht Impfbuchkontrollen in den 6. Klassen vor. Vom Schuljahrgang 2013/2014 konnten in München laut Stadt 76,11 Prozent der Impfbücher überprüft werden. Mit Durchimpfungsraten um die 90 Prozent stellten die Kontrolleure für die Impfung gegen Tetanus fest. Impflücken bestünden dagegen bei Diphtherie, Poliomyelitis, Masern, Mumps und Röteln mit Durchimpfungsraten um die 90 Prozent. Zur Auslöschung der Krankheiten wäre allerdings ein Impfschutz von mindestens 95 Prozent erforderlich. 

Würden die Impfraten auf alle Schüler und nicht nur auf die vorgelegten Impfbücher bezogen, wäre der Impfschutz vermutlich auch in dieser Gruppe unbefriedigend niedrig. 

Handlungsbedarf bei Keuchhusten-Impfung

Ein unzureichender Impfschutz bestand bei den Impfungen gegen Keuchhusten (Pertussis) und Hepatitis B, hier besteht laut Stadt Handlungsbedarf. Keuchhusten ist vor allem für junge Säuglinge ohne Impfschutz gefährlich. Sie können auch von Erwachsenen ohne Auffrischung angesteckt werden „Das Ergebnis zeigt, dass wir in München teilweise deutliche Impflücken aufweisen,“ sagt Jacobs. „Hier müssen wir ran, damit die Gruppenimmunität für die Gesamtbevölkerung hergestellt ist. Gehen Sie zum Impfen!“ 

Obwohl es in Deutschland keine Impfpflicht gibt, rät die Gesundheitsreferentin, die Angebote zu Beratung und Information zu nutzen. Bei einer Impfbuchkontrolle werden eventuelle Lücken aufgezeigt und individuelle, schriftliche Empfehlungen gegeben. Grundsätzlich sollte diese Überprüfung durch die Hausärztin/den Hausarzt erfolgen. 

Daneben bietet das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) den Münchner Bürgerinnen und Bürgern täglich eine telefonische Beratung rund ums Impfen von 11 bis 12 Uhr unter der Rufnummer 233-6 69 07. 

Impfberatung für Flüchtlinge 

Gruppen von nicht oder nur unzureichend geimpften Menschen sind besonders gefährdet. Daher berät das Referat für Gesundheit und Umwelt alle Flüchtlinge im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Erstuntersuchung zu Impfungen. Außerdem führen Mitarbeiterinnen des RGU Impfbuchkontrollen und Beratungen in den Unterkünften durch. 

Bereits seit Ende März 2016 werden seitens des RGU Impftermine angeboten. Neben den existierenden Impfangeboten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge können so weitere Menschen erreicht und Impflücken geschlossen werden.

mm/tz

Rubriklistenbild: © dpa

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