Gorbatschow in München an Wirbelsäule operiert

München - Michail Gorbatschow hat sich von Münchner Ärzten operieren lassen: Am 9. April wurde der ehemalige sowjetische Staatspräsident in der privaten „Schön Klinik“ in Harlaching aufgenommen.

Dort operierte ihn ein Team aus Spezialisten an der Wirbelsäule. Zwei Stunden dauerte der Eingriff, der bereits vor fünf Tagen stattfand. „Herrn Gorbatschow geht es gut, er erholt sich sehr schnell“, sagt sein Arzt, Professor Michael Mayer. Für die Schön Klinik sei es „eine Ehre, eine Persönlichkeit wie Gorbatschow zu behandeln“. Medizinisch gesehen sei der Friedensnobelpreisträger allerdings ein Patient wie jeder andere auch. Jedoch sei der organisatorische Aufwand höher: „Wir mussten einen abgetrennten Bereich in der Klinik einrichten“, erzählt Wirbelsäulenspezialist Mayer. Voraussichtlich in den kommenden Tagen wird „Gorbi“ München wieder verlassen.

Der 80-Jährige war bereits am 23. und 24. März auf Einladung der Gesellschaft für Außenpolitik in München. Gesprächspartner berichten, dass Gorbatschow da schon über Rückenschmerzen klagte. Trotzdem reiste er tapfer weiter nach London, wo er am 30. März in Begleitung seiner Tochter Irina Virganskaya eine Benefizgala zugunsten zweier Krebsstiftungen besuchte. Die Veranstaltung war zugleich Gorbatschows Geburtstagsfeier – er ist am 2. März 80 Jahre alt geworden. Der Eingriff in der Harlachinger Klinik war bereits das zweite Mal, dass sich Gorbatschow unter die Messer Münchner Ärzte legte: Im Jahr 2006 ließ sich der Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung im Klinikum Großhadern an der Kopfschlagader operieren.

Wegen Cholesterin-Ablagerungen drohte ihm seinerzeit ein Schlaganfall. Damals begleitete ihn seine Tochter Irina, die selbst Ärztin ist. Sie war auch bei seinem jetzigen Klinikaufenthalt an seiner Seite. Seit 1999 Gorbatschows Frau Raissa gestorben ist, begleitet Irina Virganskaya ihren Vater auf den meisten Reisen. Sie soll ein Haus in der Nähe von München besitzen, in dem sich auch „Gorbi“ gerne aufhält. Viele Prominente aus dem Ausland lassen sich von Münchner Ärzten behandeln, etwa U2-Sänger Bono oder Sprint-Star Usain Bolt.

Bettina Stuhlweissenburg

Rubriklistenbild: © dpa

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