ÖPNV und Gebäude

Grüne fordern inklusives München

München - Die Stadtratsfraktion der Grünen will mit einem sechsteiligen Antragspaket die Inklusion in München vorantreiben. 

Ziel des Antragspakets ist es, Barrieren vor allem im Öffentlichen Nahverkehr und in Schulen zu beseitigen. Der Initiator der Anträge ist Stadtrat Oswald Utz, der selbst im Rollstuhl sitzt.

In einem der Anträge geht es um die sogenannte Kneeling-Funktion in Bussen. Die Busse der MVG können dank dieser an Haltestellen um acht Zentimeter abgesenkt werden, um einen nahezu ebenerdigen Zu- und Ausstieg zu erleichtern. Utz bemängelt, dass die Busse jedoch nur bei Bedarf abgesenkt würden, wenn ein Fahrgast dem Busfahrer ein entsprechendes Zeichen gäbe. Das sei nicht nur entwürdigend für behinderte Fahrgäste, sondern auch aufwendig und zeitraubend. Utz fordert daher, dass die MVG auf ein „Dauerkneeling“ umstellt – also dass Busse künftig bei jeder Haltestelle automatisch seitlich abgesenkt werden.

In den anderen Anträgen fordern die Grünen, dass die Stadt bei zukünftigen Neu- und Umbauten von Gebäuden mit Facharchitekten zusammenarbeitet, die sich mit Inklusion auskennen. Drei der Anträge beschäftigen sich mit der Barrierefreiheit an Schulen: Auch außerhalb des Schulbetriebs sollen Schulen hundertprozentig zugänglich sein und Gebärdensprache soll Wahlpflichtfach werden. Zudem möchten die Grünen einen „Expertenbeirat Inklusion“ ins Leben rufen. Ein solches Gremium, das sich vor allem um die Inklusion in Schulen kümmert, gibt es bereits in Köln. Außerdem fordert Utz den Bau eines ein barrierefreies Hotel in München. 

Caspar von Au

Rubriklistenbild: © dpa

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