"Sozialer Gedanke liegt in der DNA all unserer Konzepte"

Gutes Geschäft, gutes Gewissen

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Obaid Rahimis Projekt hilft Kindern in Afghanistan.

München - Das wärmt nicht nur die Ohren, sondern auch das Herz … Fünf Passauer Studenten zeigen mit ihrem Projekt namens Headmates, wie man eine Geschäftsidee mit einem sozialen Ansatz verbinden kann.

Dazu passt auch das zweite Projekt Shoemates. Für Headmates können Seniorinnen Mützen stricken und sich so ihre Rente ein bisschen aufbessern. Gleichzeitig werden Bauern aus dem peruanischen Hochland unterstützt, die die Wolle liefern. Bei Shoemates heißt das Motto: Nimm eins, gib eins. Denn mit jedem gekauften Paar Schuhe wird automatisch eines an ein Schulkind in Afghanistan gespendet. Im Netz unter der Adresse shoemates.de und in ausgewählten Läden gibt’s die Schuhe und Mützen zu kaufen. „Der soziale Gedanke liegt in der DNA all unserer Konzepte“, sagt Obaid Rahimi (28), der von Anfang an dabei war. Die Projekte: 

Wer kauft, der hilft:

„Get one, give one“ heißt die englische Devise bei Shoemates. Das Konzept: Wenn Sie hier in Deutschland ein Paar der Shoemates-Schuhe kaufen, bekommt gleichzeitig auch ein Kind in Afghanistan neue Schuhe. Die werden direkt in der Stadt Herat gefertigt – eine lokale Nichtregierungsorganisation verteilt sie dann an die Kinder. Mit dem Land hat Rahimi eine besondere Verbindung: Er wurde dort geboren. Als er auf Familienbesuch war, erlebte er mit, wie es innerhalb von einer Woche um 20 Grad abkühlte. „Was mich geschockt hat, ist, dass die Kinder trotzdem die selben schlechten Sandalen ­trugen.“ Aus einer Studie erfuhr der 28-Jährige ­außerdem, dass Schuhe das sind, woran es den Ärmsten am meisten mangelt. Die Idee für Shoemates war geboren. Bisher gibt’s Espa­drilles und Mokassins – leichte Sommerschuhe für 44 bis 50 Euro. Rund sechs Euro davon gehen nach Afghanistan. Die ­Kinder dort bekommen Lederschuhe. „Die sind stabil genug, um im Winter warmzu­halten und im Sommer zum Fußballspielen zu taugen.“ Für die Zukunft ­wünschen sich Rahimi und sein Team weiteres Wachstum: „Dann können wir noch mehr Menschen helfen.“

Die Renten aufbessern

Die kuscheligsten Mützen strickt die Oma: Dieses Wissen steckt hinter der Idee von Headmates. Sieben Rentnerinnen stricken Mützen und Stirnbänder, die dann von Headmates weiterverkauft werden. Die Idee hatten Obaid Rahimi und seine Kommilitonen der Universität Passau im Jahr 2012. „Damals haben wir uns einfach gefragt: Wer in der Stadt braucht unsere Unterstützung am meisten? Da kamen uns viele Omas, die oft wenig zu tun haben, in den Sinn“, sagt Obaid Rahimi. Die Wolle für die Mützen kommt aus Peru. In Zusammenarbeit mit dem Projekt Mirasol verhilft Headmates den Leuten dort zu einem besseres Leben. Verpackt und mit dem Markenlogo versehen werden die Stücke von der Donauwerker GmbH – einer Einrichtung, die Menschen mit psychischer Erkrankung beschäftigt. 48 Euro kostet eine Mütze. Ein Teil davon geht an die peruanischen Hirten, ein Teil an die Rentnerinnen. „Die Rentnerinnen bestimmen ihren Lohn selbst“, sagt Rahimi. Doch wichtiger als das Geld ist für die Damen oft der Kontakt zu den Studenten, sagt Rahimi: „Wir treffen uns regelmäßig und bringen auch die Wolle immer persönlich vorbei.“

Sabrina Höbel

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