Wer viel verrät, bekommt Vergünstigungen – meist

Wo bleiben meine Gutscheine für die Online-Befragungen?

+
Günter Biber nimmt an Umfragen teil und bekommt dafür Gutscheine – als es nicht klappte, half ihm Bürgeranwalt Dietmar Gaiser.

München - Günter Biber (70), Pensionist aus München, wendet sich an das Team des tz-Bürgeranwalts. Er vermisst die Gutscheine für Online-Befragungen.

Was früher die Telefonumfragen waren, sind heute Online-Umfragen. Da wollen Firmen von uns alles Mögliche wissen. Beispielsweise, wie oft wir mit unserem Partner zusammen sind oder welches Waschmittel wir verwenden. Dafür locken dann Gutscheine oder manchmal auch Bargeld. Dass das nicht immer so glattgeht, zeigt unsere heutige Geschichte.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die meisten Umfrageinstitute juristisch korrekt handeln. Ein Schwachpunkt ist die Anonymität. Auch wenn sie versprochen wird, sollte man sich genau überlegen, ob man Fragen beantwortet, die andere Personen betreffen, wie beispielsweise „Haben Ihre Eltern Sie geschlagen?“ oder „Wie viel Alkohol trinken Ihre Kollegen im Büro?“. Erstens gebietet in solchen Fällen der Anstand Einhalt, zweitens haben wir keine Kontrolle über die Verwendung der Daten. Wer garantiert beispielsweise, dass ein Käufer dieser Informationen nicht auch die IP-Adressen der Computer erhält, mit denen sie abgeschickt wurden? Damit hat er theoretisch Zugang zu vielen Informationen über den Benutzer des Gerätes.

Eine besondere Art der Online-Umfragen stellen Bewertungsportale dar. Das beginnt bei der Bewertung von Ärzten bis hin zu der von Lehrern. Die Rechtsprechung ist sich uneins, wie weit solche Bewertungen gehen dürfen und wann sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Wenn es ganz dumm läuft, können sogar die Teilnehmer an solchen Bewertungen juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Also ist auch da Vorsicht geboten.

Vorbildliche Onlineumfrage-Unternehmen nennen ausdrücklich den Verwendungszweck der Daten und verlangen die Einwilligung des Befragten für diesen Zweck. Außerdem geben sie ihm am Ende ihrer Befragungen noch mal Gelegenheit, die Antworten zu überdenken und möglicherweise zu ändern.

Wo bleiben meine Gutscheine?

Ich nehme seit Jahren an Online-Befragungen teil. Die Internet-Firma fragt mich nach meiner Meinung über Autos, aber sie will auch wissen, welchen Telefon­anbieter ich habe oder wie ich versichert bin. Sogar wie mir manche Lebensmittel schmecken, werde ich gefragt. Mit den Antworten auf all diese Fragen „verdiene“ ich mir Punkte, die bei einer gewissen Anzahl dann in Gutscheine umgewandelt werden. Mit diesen Gutscheinen kann ich in verschiedenen Geschäften einkaufen. Das hat jahrelang gut funktioniert. Nun hat aber die Firma ihren Namen und wahrscheinlich auch den Besitzer gewechselt, und ich bekomme die mir zustehenden Gutscheine nicht mehr. Auf meine Beschwerde-Mails bekomme ich ausweichende Antworten. Die Telefonnummer der Firma ist nicht herauszubekommen, auch eine Adresse finde ich nicht. Mir bleibt also nur die Möglichkeit, Mails zu schreiben, aber die laufen alle ins Leere. Können Sie mir helfen?

Günter Biber (70), Pensionist aus München

auch interessant

Meistgelesen

Darum lässt Sport Schuster zwei Gebäude niederreißen
Darum lässt Sport Schuster zwei Gebäude niederreißen
Uli Hoeneß eröffnet Dominik-Brunner-Haus: Video
Uli Hoeneß eröffnet Dominik-Brunner-Haus: Video
Diskriminierung? Senioren drohen MVV mit Klage
Diskriminierung? Senioren drohen MVV mit Klage

Kommentare