Laut Anklage noch viel mehr Fälle

Wollte sie Schwangere verbluten lassen?

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Ab Dienstag vor Gericht: Regina K.

München - Eine Hebamme soll werdenden Müttern bei der Kaiserschnitt-Geburt Heparin verabreicht haben – ein blutverdünnendes Mittel. Ab Dienstag steht Regina K. vor Gericht.

Mordversuch bei vier Geburten, Verhaftung im Kreißsaal – im Klinikum Großhadern herrschte im Juli 2014 blankes Entsetzen. Eine Hebamme soll werdenden Müttern bei der Kaiserschnitt-Geburt Heparin verabreicht haben – ein blutverdünnendes Mittel. Die Frauen wären fast verblutet.

Ab Dienstag steht Regina K. vor Gericht – die Staatsanwaltschaft wirft ihr versuchten Mord vor. Unglaublich: Laut Anklage sind es noch viel mehr Fälle! Die Hebamme, die in der Ausbildung zu den Klassenbesten gehörte, soll nicht nur in München Infusionen manipuliert haben. Schon an ihrer früheren Arbeitsstelle, einem Krankenhaus in Bad Solingen (Hessen), soll sie fünf Patientinnen an den Rand des Todes gebracht haben. Ab 15. Juli 2012 arbeitete sie in Großhadern.

Regina K.s Motiv? Laut Anklage dienten die Manipulationen „zur Aufwertung ihres Selbstgefühls“. Der Beinahe-Tod sei eine „insgeheime Demonstration einer Überlegenheit“ für K. gewesen. Derzeit ist sie in einer Psychiatrie untergebracht. Angesetzt sind 52 Verhandlungstage.

T. Scharnagl

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