Krise

Helfer vom Blutspendedienst selbst in Not

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Großer Andrang nach dem Zugunglück beim Blutspendedienst der Kliniken.

München - Das Zugunglück von Bad Aibling hat gezeigt, wie groß die Hilfsbereitschaft der Münchner beim Blutspendedienst an der Dachauer Straße ist. Doch der Betrieb ist selbst in Not. 

Der geplante Verkauf des Blutspendedienst zieht sich in die Länge. Das Bundeskartellamt prüft noch immer, ob das Bayerische Rote Kreuz den Dienst der Städtischen Kliniken übernehmen darf. Die Frist für eine Entscheidung läuft bis Ende März. Fällt die negativ aus, dann droht die Schließung!

Die Städtischen Kliniken wollen den Blutspendedienst loswerden. Denn er gilt als defizitär. Ein Minus von bis zu zwei Millionen Euro stand jährlich unter dem Strich. Damit hat der Blutspendedienst einen Teil zur Finanzmisere der städtischen Krankenhäuser beigetragen.

Beim Konzept zur Sanierung der angeschlagenen Häuser stand daher der Verkauf mit ganz oben auf der Liste. Der Stadtrat hat dem Handel bereits zugestimmt. Der soll am 31. März über die Bühne gehen. Der Betriebsübergang ist für 1. April geplant. Voraussetzung für den Verkauf war unter anderem eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter. Die erstreckt sich auf fünf Jahre. Die Verträge sind vorbereitet, die Verhandlungen abgeschlossen. Alles wartet auf das Kartellamt.

Das prüft den Deal, weil das BRK beim Handel mit Blutkonserven bereits eine marktbeherrschende Stellung innehat. Noch im Oktober war davon die Rede, dass die Entscheidung des Stadtrates erst fällt, wenn grünes Licht aus Bonn kommt.

Nun hat das Gremium doch vorher entschieden, denn die Zeit drängt. Der Dienst muss Mitte des Jahres aus dem Gebäude raus. Das soll abgerissen werden. Untersagt das Kartellamt den Deal, wird zugesperrt. Die 100 Mitarbeiter würden auf die Kliniken verteilt. „Wir sind aber zuversichtlich, dass der Bescheid positiv ausfallen wird“, so ein Kliniksprecher. 

Sascha Karowski

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