Nach Beschlüssen bei AfD-Parteitag

Hofbräukeller-Wirt sperrt Frauke Petry aus

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Die AfD-Veranstaltung mit Frauke Petry darf nicht im Hofbräukeller stattfinden.

München - Die AfD hatte den Hofbräukeller für eine Parteiveranstaltung reserviert. Doch inzwischen ist für Wirt Ricky Steinberg eine rote Linie überschritten: Er sperrt Partei samt Frauke Petry aus.

Hofbräukeller-Wirt Ricky Steinberg.

Als der AfD-Kreisverband München Ost seinen Saal für eine Veranstaltung mit Parteichefin Frauke Petry am kommenden Freitag, 13. Mai, mieten wollte, hatte Hofbräukeller-Wirt Ricky Steinberg damit kein Problem. Schließlich waren schon der österreichische FPÖ-Rechtsaußen Ewald Stadler und AfD-Sprecher Alexander Gauland dagewesen, außerdem könne man die Partei nach den erfolgreichen Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt nicht einfach ignorieren. Dann aber kam der AfD-Parteitag in Stuttgart, bei dem die Rechtspopulisten ihren Anti-Islam- und Anti-Migrationskurs festzurrten. Damit war bei Steinberg eine rote Linie überschritten, er lud die AfD mitsamt Frauke Petry kurzerhand wieder aus. „Ich werde mich hüten, Partei zu ergreifen“, sagte der 45-Jährige am Donnerstag der tz, „aber das geht mir dann doch zu weit.“

"Ich will nicht, dass in meinem Biergarten demonstriert wird, wenn Gäste da sind"

Neben politischen Inhalten geht es dem Wirt aber auch um Aspekte rund um die Sicherheit. „Das kann ich nicht mehr leisten“, bekennt er, wenn es zu Krawallen vor seinem Lokal komme, „bekomme ich meine Gäste nicht mehr hinein“. Außerdem „will ich nicht, dass in meinem Biergarten demonstriert wird, wenn Gäste da sind“. Sollten jedoch enttäuschte und/oder wütende AfD-Anhänger am 13. vor dem Hofbräukeller am Wiener Platz demonstrieren, sei das eben so: „Damit kann ich leben.“

Eine offizielle Reaktion von Seiten der AfD auf die Absage hat es laut Steinberg übrigens noch nicht gegeben. Der rechtspopulistischen Partei entgehen mit der Absage übrigens auch Einnahmen: Man wollte bei den Gästen des Abends pro Nase 18 Euro Eintritt abkassieren, das wären bei vollem Haus in dem 450 Plätze fassenden Saal immerhin 8100 Euro gewesen.

Vergangenes Jahr war über dem Hofbräukeller ein Shitstorm vor allem auf Facebook hereingebrochen, nachdem der Wirt angekündigt hatte, keine Studentenverbindungen mehr hereinlassen zu wollen. Gründe für den Beschluss waren randalierende Studenten, Leute, die das Mobiliar beschädigt und bei der Biergartenräumung „extremen Stress“ gemacht hätten. Mehr noch: Bei einem Treffen einer Verbindung hätten die Teilnehmer die erste Strophe des Deutschlandliedes angestimmt, „und das geht gar nicht“. Steinberg hat eigenem Bekunden zufolge mit den meisten Studentenverbindungen wieder seinen Frieden gemacht, zumal die meisten ja weder gewalttätig noch rechtsradikal seien.

An die Adresse der AfD will der Hofbräukeller-Wirt aber klar festgehalten wissen: „Ich behalte mir das Hausrecht vor – wenn ich jemand nicht in meinem Lokal haben will, kommt er auch nicht hinein.“

mdu

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