Vom feinen Zürichsee direkt nach Stadelheim

Hokuspokus-Betrüger festgenommen!

Michael B. (60) soll seine Geldgeber um Millionen geprellt haben

München - Wenn diese Erfindung tatsächlich je funktioniert hätte, wäre ihrem Erfinder Michael James B. (60) der Nobelpreis sicher gewesen. Sie funktioniert aber nun mal eben nicht. Das brachte ihn hinter Gitter.

Der verhinderte Daniel Düsentrieb sitzt nun im Knast – genauer gesagt in Stadelheim. Frisch ausgeliefert aus der Schweiz. Denn 61 schwer enttäuschte, deutsche Kunden und die Staatsanwaltschaft München I haben nun eine Menge ­unangenehme Fragen – unter ­anderem nach dem veruntreuten ­Millionenvermögen, das Mike B. aber offenbar eher in schöne Autos als in die Weiterentwicklung seiner Wundermaschine investierte.

Der Techniker Mike B. ist ein Kosmopolit – geboren in Johannesburg/Südafrika, mit Dependancen in Grünwald, Russland, Spanien und Holland. Die Internet-Seite seiner Perendev Power Holding ist noch aktiv. Darauf wird in blumigen Worten nicht weniger als die Welt gerettet – etwa mit einem Magnet-Motor, der quasi wie eine Art Perpetuum Mobile funktionieren und so altertümliche Energiequellen wie Öl und Stromerzeugung überflüssig machen soll. Den Beweis dafür ist Mike B.’s Wundermaschine bislang allerdings schuldig geblieben. Eine groß angekündigte Präsentation in einem namhaften Münchner Hotel fiel sang- und klanglos ins Wasser. Und auch die Belieferung der 61 alternativ-technisch interessierten Kunden, von denen jeder einzelne bis zu 20000 Euro investiert hatten, fiel aus. Stattdessen war plötzlich der Erfinder samt einer Million Euro verschwunden.

Am schönen Zürichsee in der Schweiz tauchte er wieder auf. Residierte in einer beeindruckenden Immobilie und musste morgens nur noch zwischen Maserati oder Range Rover wählen. Derweil ging seine Grünwalder Dependance in die Insolvenz. Die Staatsanwaltschaft München I stellte einen Auslieferungsantrag. Am 29. März nahm die Schweizer Polizei den Lebemann fest und schob ihn ab. Wie heißt es doch so schön in Mike B.’s Internet-Vita: „Das Leben eines Erfinders ist oft durch Spott und Anfeindungen geprägt, weil er die persönlichen Interessen einiger weniger bedroht.“ Wie wahr.

Dorita Plange

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