Sieben Vorfälle seit Freitag

Horror-Clowns in München: Bub (10) mit Axt bedroht

+
Bundesweit werden derzeit Horror-Clowns gesichtet, seit Freitag gingen auch mehrere Fälle bei der Münchner Polizei ein.

München - „Horror-Clowns“ erschrecken derzeit bundesweit Passanten. Seit Freitag meldet die Polizei sieben Fälle in München. Das sollten Sie tun, wenn Sie Opfer werden.

Der unheimliche Trend zu Halloween kommt aus den USA und verbreitet sich derzeit auch in ganz Deutschland: Horror-Clowns, die scheinbar aus dem Nichts kommen und Menschen erschrecken.

Rostock, Aachen, Aschaffenburg und jüngst in Bad Reichenhall: Bundesweit und vermehrt auch in Bayern werden der Polizei derzeit Vorfälle von Begegnungen mit Grusel-Clowns gemeldet, bei denen Passanten von maskierten Clowns erschreckt wurden.

Seit Freitag meldet auch die Münchner Polizei sieben Vorfälle mit maskierten Clowns. Das müssen Sie zu dem unheimlichen Trend jetzt wissen.

Woher stammt der Ursprung der Horror-Clowns?

Der Trend stammt aus Amerika, teilt das Polizeipräsidium München mit. Bei einem Clown-Prank - das Wort stammt vom englischen Verb „to prank“, das so viel wie „einen Streich spielen“ bedeutet - geht es darum, Passanten einen Schreck einzujagen. Dabei geht eine als Clown verkleidete Person „scheinbar auf Menschen los“, teilt die Polizei mit. Oft verwenden die Personen Messer oder andere Gegenstände, um die schockierende Wirkung zu verstärken. Die unlustigen Clowns filmen die Situation zudem häufig, um den Prank im Internet zu veröffentlichen.

Die Münchner Polizei versteht im Hinblick auf die Horror-Clowns keinen Spaß. So heißt es im Pressebericht vom Montag: „Auch wenn es sich bei in den meisten Fällen um Menschen handelt, die andere Personen erschrecken wollen, so kann es je nach Vorgehen sein, dass durchaus schwere Straftaten verwirklicht werden können. So kommen Tatbestände wegen Bedrohung, Nötigung oder auch Körperverletzungsdelikte in Betracht.“

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat bereits eine harte Reaktion der Polizei gegen Horror-Clowns angekündigt.

Sieben Fälle mit Grusel-Clowns ereigneten sich allein seit Freitag

Eine Serie von Vorfällen mit Grusel-Clowns verzeichnet die Münchner Polizei seit Freitag. Umkurz vor 17 Uhr meldete ein Unbekannter eine Person mit Clown-Maske an der Bushaltestelle am Wintrichring. Sie fuchtelte wild mit einem Küchenmesser herum, meldete ein besorgter Anrufer. Als die Polizei dort ankam, fand sie weder den Anrufer noch den Clown vor.

Im Rahmen der Fahndung wurden laut Polizei in Moosach drei Kinder im Alter zwischen 13 und 14 Jahren angetroffen. Die drei trugen jeweils eine Clown-Maske bei sich, jedoch keine Messer oder ähnliche Gegenstände. Die angetroffenen Kinder konnten laut Polizei nicht in Verbindung mit dem Fall vom Wintrichring gebracht werden. Die Polizisten informierten sie jedoch über das Phänomen und die etwaigen Folgen. 

Noch am gleichen Tag, gegen 18.55 Uhr, fuhr ein 10-Jähriger mit dem Fahrrad vom Fußballtraining durch den Westpark nach Hause. Plötzlich sprang eine Person mit Clown-Maske und mit schwingender Axt bewaffnet schreiend aus dem Gebüsch und lief auf den Jungen zu. Der 10-Jährige fuhr eilig nach Hause und erzählte seiner Mutter von dem Vorfall. Diese verständigte daraufhin die Polizei. Der Junge, so die Polizei, hatte zudem beobachtet, dass der Clown die Aktion gefilmt habe.

Am Sendlinger-Tor-Platz bewegte sich ein Horror-Clown „zombieartig“

Auch am Samstag, gegen 4 Uhr, wurde am Sendlinger-Tor-Platz ein Clown gesichtet. Er habe sich „zombieartig“ fortbewegt, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Waffen oder andere Gegenstände hatte der Grusel-Clown laut dem Passanten, der ihn sichtete, jedoch nicht bei sich. Gegen 5 Uhr sah der Passant auch am Sendlinger-Tor-Platz an einer Bushaltestelle eine Person, die „komische Geräusche“ von sich gab und ein Clown-Kostüm trug. Diese beiden Beobachtungen teilte der Passant der Polizei jedoch erst um 10 Uhr telefonisch mit.

Auch in der Herzogstraße sichteten Personen am Samstagabend eine Person mit Clown-Maske. Sie hielt einen unbekannten Gegenstand in der Hand.

Im Bereich der Rupertsbergerstraße soll eine Person mit Clown-Maske und einem Baseballschläger bewaffnet in einen Innenhof gestanden haben.

Im Olympiapark waren zudem drei Jugendliche gesichtet worden, die als Clowns maskiert waren und mit pyrotechnischen Gegenständen liefen.

In den drei Fällen konnte die Polizei keine Tatverdächtigen antreffen.

Das rät die Polizei München bei einer Clown-Begegnung:

• Ruhe bewahren und sofort über den Notruf 110 die Polizei rufen.

• Den Clown nicht ansprechen und keinesfalls provozieren (in der Regel will der Clown einen „Streich“ spielen)

• Wer von einem Clown überrascht wird, sollte so schnell wie möglich den Ort verlassen. Wenn möglich, sollte man Passanten in der Umgebung ansprechen und um Hilfe bitten.

• Die Polizei rät zudem, eine Trillerpfeife am Schlüsselbund oder einen Schrill- oder Taschenalarm bei sich zu tragen. Diese „Waffen“ können nicht gegen einen selbst verwendet werden. Der schrille Pfiff oder die Auslösung des Alarms schockt den Clown möglicherweise, so dass die Chance besteht, wegzulaufen (Tat-Schock-Umkehr). Das durchdringende Geräusch sorgt sofort für öffentliche Aufmerksamkeit. So werden Passanten aufmerksam gemacht und der Clown zusätzlich in die Flucht geschlagen.

• Die Polizei rät von der Verwendung von Pfefferspray oder Reizstoffsprühgeräten ab, da die Gefahr groß ist, dass diese Geräte gegen einen selbst verwendet werden. Auch könnte der Clown provoziert werden.

jum

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Straftaten in München: Das sind die Brennpunkte
Straftaten in München: Das sind die Brennpunkte
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Technische Störung: Verzögerungen auf der Stammstrecke
Technische Störung: Verzögerungen auf der Stammstrecke

Kommentare