Prozess am Landgericht München II

Haderthauer vor Gericht: Sein Richter brachte Hoeneß hinter Gitter

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Hubert Haderthauer (l.) vor Gericht: Sein Richter Rupert Heindl brachte auch schon Uli Hoeneß hinter Gitter.

München - Wer als Angeklagter vor Richter Rupert Heindl sitzt, hat nichts zu lachen. Vor allem, wenn Staatsanwalt Achim von Engel die Anklage führt. Gemeinsam haben beide Uli Hoeneß hinter Gitter gebracht. Nun muss sich auch Hubert Haderthauer vor dem Landgericht München II verantworten.

Von Engel wirft ihm Steuerhinterziehung und Betrug vor, Heindl wird Ende Januar das Urteil sprechen und über Haderthauer richten. Einen Strafbefehl wollte der nicht akzeptieren, deshalb kam es am Donnerstag zum Strafprozess.

Dunkle Ringe laufen unter seinem Auge her. Das Gesicht: blass und ausgemergelt. Haderthauer geht es nicht gut, das sieht man ihm an – zwei Sanitäter sitzen mit im Saal. An was genau er leidet: Das verraten seine vier Verteidiger nicht. Was ihm konkret vorgeworfen wird: Das ist seit Donnerstag aber bekannt.

Hubert Haderthauer soll über 40.000 Euro Steuern hinterzogen haben

Laut Anklage hat Hubert Haderthauer zwischen 2008 und 2011 insgesamt 43.033 Euro an Steuern hinterzogen, nachdem er seine Modelltechnikfirma Sapor verkauft hatte. Diese hatte der Psychiater seit 1990 mit Ehefrau Christine geleitet und Straftäter Modellautos bauen lassen, die sie teuer verkauft hatten. Wegen der Affäre trat die CSU-Politikerin 2014 als Staatskanzlei-Chefin zurück, sie kassierte einen Strafbefehl wegen Verstoßes gegen die Abgabenordnung – musste aber nicht vor Gericht.

Hubert Haderthauer dagegen schon: Er behielt laut Anklage vier Firmen-Autos im Wert von 56.722,70 Euro für sich. Aus der Firmenkasse soll auch die frühere Sprecherin der Ministerin bezahlt worden sein, ohne dass diese für Sapor gearbeitet hatte. Und: Einem früheren Mitgesellschafter soll Haderthauer einen niedrigeren Unternehmenswert vorgetäuscht und ihn so um 84.411,35 Euro betrogen haben – was er bestreitet. Zu den Vorwürfen will sich Haderthauer noch umfassend äußern – laut Verteidiger aber erst ab 7. Januar.

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