Regelwerk wird nach 40 Jahren überarbeitet

Isar: Baden wird jetzt legal - weniger Bootsfahrten

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Das Baden in der Isar soll legal werden. Denn bislang ist da eigentlich rechtlich verboten.

München - Die Stadt will die 40 Jahre alte Bootsverordnung verbessern. An der Isar soll mehr Platz zum Baden entstehen, dafür aber weniger Boote fahren dürfen.

Mehr Freiheiten fürs Planschen, weniger Bootsfahrten in und auf der Isar: Die Stadt will die 40 Jahre alte Bootsverordnung verbessern. Denn eigentlich ist die innerstädtische Isar zum Baden und Befahren tabu.

Schon lange aber fordern Politik und die wasseraffinen Verbände eine Legalisierung der Nutzung. Gebadet, gesurft und gepaddelt wird eh. Allerdings: Die Isar ist Teil des europäischen Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebietes. Eine uneingeschränkte Freigabe für Freizeit-Aktivitäten ist also nicht möglich.

Im Vergleich zur jetzigen Verordnung ist künftig eine Nutzungserweiterung vorgesehen; weniger Verbote, dafür mehr Gebote.

Extra Badezonen werden ausgewiesen, wo sie die Natur nicht nachhaltig schädigen. Ein- und Ausstiegsstellen werden definiert und gefährliche Befahrungsstellen ausgeschlossen. Schlauchbote, Gruppenfahrten von mehr als acht Booten und gewerbliche Bootsbetriebe wird das Befahren der Isar generell untersagt.

Die Rathaus-SPD fordert zudem weitere Badezonen: Die Verwaltung soll klären, ob der Isar-Abschnitt zwischen Oberföhringer Wehr und Stadtgrenze im Zuge der Renaturierung stellenweise nicht doch für Badende und Bootsfahrer freigegeben werden kann. Das sieht der vorgelegte Beschlussentwurf bislang nämlich nicht vor. Auch das Badeverbot an der Fischtreppe am Flaucher sieht die Rathaus-SPD skeptisch, weil es auch bislang nicht eingehalten wird. Die CSU indes ist dafür, dass so genannte Fischaufstiegsanlagen lediglich den Tieren vorbehalten bleiben.

Verena Dietl (SPD): „Die jetzige Verordnung hat mit der Realität an der Isar schon lange nichts mehr zu tun. Deshalb ist es richtig, dass das Regelwerk nun endlich überarbeitet worden ist.“

Das Regelwerk soll zudem nicht wieder für 40 Jahre gelten – man möchte flexibler sein. „Nachgearbeitet werden muss aber noch in Bezug auf die Surfer, die derzeit in der Verordnung keine Rolle spielen.“

Manuel Pretzl (CSU): „Es wird Zeit für eine Erweiterung der Nutzungsrechte. Die Badegäste dürfen legal an vielen Stellen baden und die Kajakfahrer dürfen weiter paddeln als bisher.“ Einschränkungen wegen des Naturschutzes seien aber ebenso nötig. „Wir bitte die Leute, sich an die neuen Vorgaben zu halten.“ Sonst haben auch neue Regeln wenig Sinn.

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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