Politiker zweifeln an Plänen

Darum geht das Isarbad wohl baden

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Gegen das Badeverbot in der Isar: Viele Münchner würden den Fluss gern zur Abkühlung im Sommer nutzen.

München - Es regt sich immer mehr Widerstand gegen das geplante Isarbad. Auch das Wetter spielt den Befürwortern nicht gerade in die Karten - so fällt der "Big Jump" ins Wasser.

Manchmal ist die Realität grausam. Am Sonntag wollten die Freunde des Isar-Flussbades rund um Urbanauten-Chef Benjamin David in die Isar springen - um für ein Planschbecken am Deutschen Museum mitten im Fluss zu demonstrieren. Doch das Wasser war nur 14,8 Grad kalt, schmutzig - und vor allem war die Strömung zu stark. Der "Big Jump" des Isarlust e. V. wurde abgesagt. Nun soll die Badedemo am 17. Juli stattfinden.

Seit zwei Jahren rühren David und seine Mitstreiter die Trommel für ein Flussbad in München. Vorbild sollen die "Badis" in Zürich sein, wo im Flüsschen Limmat Badebereiche eingelassen sind. Die Rathaus-CSU unterstützte das Ansinnen mit dem Antrag, eine Machbarkeitsstudie für ein Isarflussbad in Auftrag zu geben.

Doch SPD-Fraktionschef Alexander Reissl hat einen entscheidenden Unterschied zwischen Limmat und Isar ausgemacht: "Die Limmat kommt im Gegensatz zur Isar aus einem See, dem Zürichsee." Das heißt zum einen, dass das Limmatwasser meist ein Paar Grad wärmer als das der Isar ist - und nach Regenfällen gibt es dort nicht so hohe Wasserschwankungen wie an der Isar. Dort müssten schwimmende Einbauten bei Hochwasser entfernt werden.

Badedemo zwischen Cornelius- und Ludwigsbrücke zu gefährlich

Das zweite Problem: Der Abschnitt zwischen Cornelius- und Ludwigsbrücke, in dem Isarlust e.V. das Flussbad einrichten will, ist so gefährlich, dass das Umweltreferat die ursprünglich dort geplante Badedemo untersagte. Grund sind zahlreiche technische Einbauten, die Strudel verursachten. Auch die denkmalgeschützten Ufermauern sind nicht als Ein- und Ausstiege geeignet.

Und Sommer wie voriges Jahr, in denen die Isar an 30 Tagen mehr als 19 Grad warm war, sind die Ausnahme. 2014 schaffte die Isar das nur für wenige Stunden.

Mattar hinterfragt Verhältnis von Kosten und Zweck

FDP-Stadtrat Michael Mattar zweifelt: "Ich frage mich schon, ob die Kosten für Bau und Betrieb im Verhältnis zum Zweck stünden. Die Stadtwerke können es sich ja nicht mal leisten, die Freibäder abends offen zu lassen."

Um zu klären, wie aufwändig der Umbau der Isar zum Flussbad wäre, will die Stadt nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die soll 120.000 Euro kosten (morgen im Stadtrat). Die SPD will zustimmen.

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Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

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