Unbekannte überkleben umstrittene Wahlwerbung

Jetzt schimpft sogar Ude über das Atom-Plakat

Die „korrigierten“ Wahlplakate der SPD
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Die „korrigierten“ Wahlplakate der SPD

Die umstrittenen Wahlplakate des SPD-Landtagskandiaten Markus Rinderspacher beschäftigten am Mittwoch den Stadtrat.

Rinderspacher, Kandidat für den Münchner Osten, hatte rund 100 Plakate aufgehängt, auf denen er dem politischen Gegner unterstellte: „Die CSU will Atomkraftwerke in Riem und Ramersdorf.“ Im Kleingedruckten darunter war noch zu lesen: „Die CSU will neue Atomkraftwerke bauen. Aber sie sagt nicht wo. Vielleicht hier? Fragen Sie die CSU.“

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Riesen-Ärger um dieses Plakat

Für die Rathaus-CSU, angeführt vom Fraktions-Chef Josef Schmid ein klarer Fall von Skandal-Wahlkampf. Sie drehte in einem Dringlichkeits-Antrag ans Rathaus den Spieß um und wollte von der Stadt wissen, ob sie ein Atomkraftwerk im Münchner Osten plane. Sie jedenfalls wolle keines.

Die Antwort kam am Mittwoch vom Oberbürgermeister, der gerade aus dem Mykonos-Urlaub zurückgekehrt ist: Die Landeshauptstadt plane kein Atomkraftwerk in München oder außerhalb. Die Stadt habe auch keine Kenntnis darüber, dass ein solches von staatlicher oder privater Seite geplant sei, so der OB im Feriensenat. Das Plakat seines Parteifreundes indessen findet das Stadtoberhaupt nicht sehr gelungen: „Man hat schon öfter erlebt, dass Plakate verunglückt oder gar kontraproduktiv sind. In solchen Fällen werden sie, wie gerade die Münchner CSU weiß, wenige Tage später überklebt.“

Ohne einen Seitenhieb auf das CSU-Plakat zur Sicherheit in den Münchner U-Bahnhöfen im Kommunalwahlkampf zu Jahresbeginn ließ sich die Debatte offenbar nicht beenden. Die CSU sah sich mit der Antwort dennoch zufrieden.

Grünen-Fraktions-Chef Sigi Benker fand die ganze Debatte überflüssig: „Der Kampf gegen die Atomkraft ist zu wichtig, als dass er für läppische Wahlkampftricks verwendet werden sollte.“

Markus Rinderspacher bucht seine Plakat-Aktion als Erfolg: „Es ist mir gelungen, eine Debatte über Atomkraft anzustoßen. Die CSU hat Farbe bekannt, dass sie keine Atomkraftwerke in München will.“ Das habe er jetzt sogar schriftlich. Die Plakate wurden nämlich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit einem „keine“ überklebt, so dass es jetzt heißt: „Die CSU will keine Atomkraftwerke in Trudering und Ramersdorf.“ Rinderspacher: „Das war bestimmt die Junge Union. Ich sehe das sportlich und stelle keine Strafanzeige.“ Bei der Jungen Union weist man jede Schuld von sich…

Quelle: tz

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