Zahl der Erwerbstätigen in der Region soll steigen

Jobwunder München: 284.000 neue Arbeitsplätze bis 2030

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Wo neuer Wohnraum (orange und rot) und neue Arbeitsplätze (schwarz und grau) entstehen.

München - Münchens Konjunkturmotor brummt wie nie zuvor. Und so wird es auch bis zum Jahr 2030 weitergehen – das ist die Einschätzung von Bürgermeister und Wirtschafsreferent Josef Schmid (46, CSU).

Er rechnet bis 2030 mit 180.562 neuen Jobs in der Landeshauptstadt, wie er am Freitag sagte. Für die Stadtentwicklung ist das eine große Aufgabe: Das Rathaus muss dafür sorgen, dass die Betriebe Gewerbeflächen haben, außerdem brauchen die neuen Arbeitskräfte Wohnraum. Denn der Bedarf an Personal muss auch durch Zuzug von außen gedeckt werden.

„Vor allem die exportorientierten Branchen sind in München stärker als im Bundesdurchschnitt“, erklärt Schmid die optimistischen Prognosen für die Beschäftigungsentwicklung.

So soll die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 113.000 bzw. 14,6 Prozent ansteigen, die der Selbstständigen um rund 67.500. Im gesamten Großraum München werden sogar 284.218 neue Jobs erwartet. Damit wären dann 2,02 Millionen Menschen in Lohn und Brot.

Neben dieser optimistischen Prognose haben die Experten auch eine durchschnittliche erarbeitet, die von 1,89 Millionen Beschäftigten ausgeht. Außerdem gibt es noch ein „Negativ“-Szenario – aber auch da steigt die Anzahl der Jobs von jetzt 1,74 Millionen auf 1,77 Millionen.

„Ich bin aber der Meinung, dass die optimistischen Prognosen eintreten werden“, sagt Schmid. Grund für seine Zuversicht: „München konnte in den vergangenen Jahren seine Wirtschaftsstruktur modernisieren und die Position in bundesweit wachsenden Branchen stärken, während schrumpfende Branchen an Bedeutung verloren.“

Eine große Stärke Münchens sei das Vorhandensein des produzierenden Gewerbes bei einem wachsenden Dienstleistungssektor. Schmid: „Neue Produktionsmethoden können vor Ort entwickelt, erprobt und umgesetzt werden.“ Der Mehrbedarf an Arbeitskräften werde sich nicht aus der Region selbst decken lassen. „Der Wirtschaftsstandort München wird daher bei Fachkräften auf Zuwanderung, national oder international, angewiesen sein,“ so Schmid.

Passend zu dieser Feststellung besuchten gestern OB Dieter Reiter (57, SPD) und Siemens-Chef Joe Kaeser (58) die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Siemens-Niederlassung an der Richard-Strauss-Straße. „Unsere Erfahrung als einer der größten privaten Ausbildungsbetriebe in Deutschland zeigt, dass erfolgreiche und nachhaltige Integration am schnellsten über Sprache und Kommunikation sowie Ausbildung und Beschäftigung erfolgt“, so Kaeser. Geringqualifizierte werden auf dem Münchner Arbeitsmarkt künftig übrigens wenig Chancen haben.

Aber wo sollen 180.562 zusätzliche Arbeitskräfte arbeiten und mit ihren Familien wohnen? Eine große Herausforderung für Stadtbaurätin Elisabeth Merk. Sie sagt aber: „Ich bin überzeugt, dass man es schaffen kann, wenn man gute Konzepte hat.“

So wächst Münchens Arbeitsmarkt

Erwerbstätigenentwicklung nach Branchen

Anzahl der Jobs heute 2030
Landwirtschaft 826 940
Produktion 113.725 115.335
Baugewerbe 28.519 31.974
Handel, Verkehr, Gastro 264.248 305.074
Finanz, Immobilien 301.943 393.371
Öffentliche Dienstleister 317.959 361.087
Stadt gesamt 1.027.000 1.207.782
Stadt + Umland gesamt 1.739.976 2.024.194

Johannes Welte

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