Bilder aus dem Buch von Bernd Mollenhauer

So zauberhaft war und ist der Jugendstil in München

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Bernd Mollenhauer stellt in seinem Buch "Jugendstil in München" Geschichte und Gegenwart des Jugendstils in unserer Stadt vor.
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Wir zeigen Ihnen hier einige Beispiele der verspielten Architektur, wie sie noch heute das Münchner Straßenbild ziert.
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Ainmillerstraße 22: Das Haus wurde zwischen 1898 und 1900 von Henry Helbig und Ernst Haiger gebaut. Nirgendwo sonst sind die goldgefassten Stuckelemente so üppig verteilt wie hier. Die hohen Rundbögen sind ein typisches Element aus der nordamerikanischen Heimat von Helbig, der dieses Element in München einführte.
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In der Elisabethstraße in Schwabing wimmelt es nur so von erhaltenen und restaurierten Jugendstil-Häusern. So beispielsweise das 1907 von Franz Popp erbaute Haus an der Nummer 16.
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Friedrichstraße 3: Das 1903 gebaute Haus mit den großen Fassadenflächen stammt von Hans Thaler. Der Zwerchgiebel zeigt ein aus Pflanzenteilen gebildetes Gesicht, das einen Mann mit Perücke darstellen könnte, der empört die Goschn aufreißt. Dort hinein hat der Architekt ein senkrecht stehendes Fensterchen in Kapselform gesetzt.
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Jugendstil-Drachen sind in München leider zur Seltenheit geworden (siehe auch Hofatelier Elvira, später in dieser Fotostrecke). An diesem Gebäude Am Harras 13 sind diese typischen Elemente des Jugendstils noch zu sehen. Das Haus wurde 1905 gebaut.
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An der Hauptfeuerwache 8: Carl Hocheder, der auch für den Bau des Müllerschen Volksbades verantwortlich zeichnete, errichtete die heute älteste der zehn Münchner Feuerwehrwachen in den Jahren 1902 bis 1904. Ein malerischer Eckbau in barockisierendem Jugendstil mit fünf Geschossen, leicht zu erkennen an den unterschiedlichen Schweifgiebeln.
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Feierwütige Münchner kennen wohl nur das im Erdgeschosse befindliche "Pimpernel" in der Müllerstraße 56, das gerne spät in der Nacht frequentiert wird. Doch das Gebäude hat einiges mehr zu bieten, wenn man den Blick nach oben richtet. Bei dem Haus handelt es sich um eine 1907/08 entstandene Gemeinschaftsarbeit von Carl und August Zeh. 1995/96 wurde die historische Farbigkeit wieder hergestellt. 1982 und 1997 gewann das Gebäude einen Fassadenpreis.

München - München war einst eines der Zentren des Jugendstils - und ist es noch heute. Daran erinnert Autor Bernd Mollenhauer in einem jetzt veröffentlichten Buch mit dem Titel "Jugendstil in München".

Kräftige Farben, schwingende Linien, florale Ornamente - der Zauber des Münchner Jugendstils war lange aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Dabei war es vor knapp über 100 Jahren die Stadt München, die entscheidend zur landesweiten Verbreitung des verspielten Architekturstils beitrug.

Der deutsche Name "Jugendstil" basiert auf der in München erschienenen Zeitschrift "Jugend", die gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Münchner Kunstkreisen zur Pflichtlektüre gehörte. In München residierten Künstler und Architekten wie Hermann Obrist, Bruno Paul, Richard Riemerschmied und Martin Dülfer. Sie waren es unter anderem, die der Stadt ein Jugendstil-Gesicht verpassten, das teilweise noch heute zu sehen ist. Vor allem in weiten Teilen Schwabings gibt es für diese Architektur pracht- und prunkvolle Beispiele, beispielsweise rund um die Friedrich-, Ainmiller- und Franz-Joseph-Straße. Typische Elemente des Jugendstils sind neben den geschwungenen Linienornamenten vor allem Verzierungen und Farben, die beinahe als übertrieben und überfrachtet bezeichnet werden könnten, dem Jugendstil aber seinen unverwechselbaren Flair geben.

Bernd Mollenhauer stellt in seinem Buch "Jugendstil in München" Geschichte und Gegenwart des Jugendstils in unserer Stadt vor.

In den Nachkriegsjahren war die verschnörkelte Art des Jugendstils in München allerdings lange Zeit verpönt. Zu wenig zweckorientiert, zu marode, zu ausgebleicht die einst fröhlichen Farben - an vielen Jugendstil-Häusern, die die Bombardements überstanden hatten, wurden die Fassaden von Jugendstil-Elementen bereinigt. Aus heutiger Sicht ein wahrer Frevel. Autor Bernd Mollenhauer hat Geschichte und Gegenwart des Münchner Jugendstils genauer unter die Lupe genommen und beleuchtet in seinem Buch "Jugendstil in München" Entstehung, Entwicklung, Bruch und Wiederauferstehung der "Art Nouveau" in unserer Stadt. Untermalt wird die Lektüre durch zahlreiche Bilder von früher und heute, wobei eines der Highlights die kolorierte Fassung des "Hofateliers Elvira" (Bild) in der Von-der-Tann-Straße ist. Der rot-gelbe Drache auf grünem Grund war eine der besonderen Sehenswürdigkeiten Münchens um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert.
In unserer Fotostrecke (oben) stellen wir einige Bilder aus dem Buch "Jugendstil in München" vor. Wer noch mehr sehen und erfahren will, dem sei die Lektüre empfohlen:
Bernd Mollenhauer: "Jugendstil in München"
Hirschkäfer Verlag,
München 2014,
14,5x21,5cm,

Broschur, 160 Seiten
ISBN 978-3-940839-35-0

16,90 Euro

wi

Gregory Straub

Gregory Straub

E-Mail:gregory.straub@tz.de

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