An diesem Dienstag

Kita-Streik in München: Darum macht Kinderpfleger Daniel mit

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Heute streikt Kinderpfleger Daniel Lindemann für mehr Gehalt.

München - Am Dienstag streikt Kinderpfleger Daniel Lindemann für mehr Gehalt. Warum er am Kita-Streik in München teilnimmt, erklärt er der tz.

Daniel Lindemann (24) kann sich München nicht leisten. Obwohl er eine Vollzeitstelle im öffentlichen Dienst hat, musste er sich eine Wohnung hinter Mammendorf nehmen. Er pendelt täglich zwei Stunden zu dem integrativen Kinderhaus, in dem er als Kinderpfleger arbeitet. „Wir kümmern uns um die, die nach uns kommen, und wollen Anerkennung“, sagt Lindemann. Deshalb tritt er in den Warnstreik.

Für diesen Dienstag rechnet die Gewerkschaft Verdi damit, dass 1500 Beschäftigte in und um München dem Streikaufruf folgen werden. Um 10 Uhr geht eine Demonstration am Hacker Pschorr Bräuhaus auf der Theresienhöhe los, um 11 Uhr findet eine Kundgebung am Stachus statt. Ob und wie viele Kitas schließen müssen, konnte eine Verdi-Sprecherin noch nicht sagen. „Falls die Arbeitgeber nicht mitziehen, sind wir auch auf eine Ausweitung des Arbeitskampfes vorbereitet“, erklärte der Münchner Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner.

Neben Kitas sollen die Stadtwerke inklusive der Bäder, aber ohne die Münchner Verkehrsgesellschaft, die Müllabfuhr, Straßenreinigung und Baureferat betroffen sein. Verdi fordert für die zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes unter anderem sechs Prozent mehr Geld. „Ich höre von anderen Einrichtungen, in denen Kollegen allein arbeiten oder nicht wissen, wann sie Urlaub nehmen sollen. Denn es gibt nicht genug Menschen, die meinen Job machen wollen, weil zu wenig gezahlt wird“, sagt Lindemann.

Die Arbeitgeber haben drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre geboten, was die Gewerkschaften aber ablehnten. Die dritte Verhandlungsrunde ist am 28. und 29. April.

Daniel Lindemann wird an diesem Dienstag eine Stunde mit der S-Bahn nach München fahren, um für mehr Anerkennung und Gehalt zu demonstrieren. Damit er irgendwann auch nach München ziehen oder sich ein Auto leisten kann.

Warnstreiks in München: Kitas und Stadtwerke sind am Dienstag betroffen

Am Dienstag dürften die Auswirkungen auchim Großraum München zu spüren sein. Hier soll es unter anderem Warnstreiks in städtischen Kindergärten und Kitas geben. Betroffen sind aber auch die Stadtwerke inklusive der Bäder, aber ohne die Münchner Verkehrsgesellschaft, die Müllabfuhr, Straßenreinigung und Baureferat. Warnstreiks soll es aber auch in Augsburg, Regensburg, Würzburg, Ingolstadt und in anderen Städten und Gemeinden geben.

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