"In Neapel läuft das so"

Klauten sie neun Mietwagen? Ungewöhnliche Ausrede vor Gericht

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Gianluca und Francesco auf der Anklagebank.

München - Zwei Männer klauen zwei Mietautos und fahren sie nach Italien. Deshalb müssen sie sich nun vor Gericht erklären. Ihre Ausrede ist kurios.

„Unsere Familien wurden bedroht. Wir mussten das Geld dem Drogenboss geben und hatten keine Wahl. In Neapel läuft das eben so.“ Mit ernster Miene sitzen Gianluca S. (28) und Francesco C. auf der Anklagebank. Aber bei diesen Ausreden musste sogar Richter Phillipp Stoll lachen! Er verhandelte am Dienstag am Landgericht den Betrugsprozess gegen die beiden Italiener, die in neun Fällen Mietwägen gestohlen haben sollen. Bandenbetrug: So lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft. Im Januar 2015 sollen sich die beiden Männer mit einem Komplizen zusammengetan haben, um ihren kriminellen Plan zu schmieden.

Am Münchner Flughafen setzten sie ihn mutmaßlich in die Tat um und mieteten bei diversen Anbietern einen Mercedes, zwei BMW und einen Audi. Die Autos brachten sie laut Anklage dann nach Italien. Dieselbe Masche wiederholten sie zweimal in Frankfurt und dreimal am Münchner Hauptbahnhof. Dort schlug ein Mitarbeiter einer Autofirma aber Alarm: Er hatte die gefälschten Kreditkarten wiedererkannt. Dumm gelaufen für die beiden Italiener, sie sitzen seither in der U-Haft. Das Urteil soll am Freitag fallen!

Andreas Thieme

Andreas Thieme

E-Mail:Andreas.Thieme@tz.de

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