Großeinsatz rund um das Grünwalder

Derby: Fan-Attacken, acht Festnahmen

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Die Fangruppen, wie hier die der Löwen-Fans, mussten am Zusammentreffen mit dem gegnerischen Fanlagern gehindert werden.

München - Das kleine Derby zwischen Bayern und 1860 wurde am Dienstagabend zum Großeinsatz für die Münchner Polizei. Die Bilanz: Acht Festnahmen und mehrere Attacken beider Fanlager.

Vor der Rekordkulisse von 10.677 Fans fand am Dienstagabend das kleine Lokalderby zwischen den zweiten Mannschaften des FC Bayern und des TSV 1860 im frisch renovierten Grünwalder Stadion statt (2:0). Rund um dieses Großereignis hatte die Münchner Polizei alle Hände voll zu tun, um ein Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fan-Lager zu vermeiden. 

Die Anhänger beider Vereine trafen sich bereits am Nachmittag vor der Partie, um mit einem Fanmarsch zum Stadion zu ziehen. Etwa 300 Bayern-Fans trafen sich an der Säbener Straße, ca. 500 Löwen-Fans an der Heilig-Kreuz-Kirche am Giesinger Berg. Bei beiden Märschen wurde Pyrotechnik und Böller gezündet, ein Bayern-Fan wurde daraufhin festgenommen. Zudem wurden aus der 1860-Gruppe Flaschen in Richtung der Polizeibeamten geworfen.

15-Jähriger mit Rauchbombe und Böller aufgegriffen

Bereits am Hauptbahnhof wurde ein 15-jähriger 1860-Fan aus Landau wieder zurück auf die Heimreise geschickt. Der junge Mann hatte keine Ausweispapiere dabei und verhielt sich auffällig nervös, bevor er sich aus einer Gruppe von Löwen-Anhängern löste und flüchtete. Nach kurzer Verfolgung wurde er von der Bundespolizei gestellt. In einer umgehängten Bauchtasche führte er eine italienische Rauchbombe sowie einen China-Böller, beides ohne Prüfzeichen, mit. Zudem wurde bei dem jungen Mann eine Sturmhaube aufgefunden. Die Bundespolizei ermittelt gegen ihn u.a. wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Ihm droht nun auch ein zweijähriges bundesweites Stadionverbot.

"Die Bundespolizei in München wird bei Straftätern mit Fußballbezug, die in der Anreise auffällig werden, alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, selbst wenn sie dadurch das Spiel nicht sehen werden", so Klaus Kirsch, Fußballeinsatzleiter der Bundespolizeiinspektion München.

Fans teilweise unkontrolliert ins Stadion gelassen

Die Löwen-Anhänger versuchten etwa eine Stunde vor Anpfiff um 20.15 Uhr erst die Brücke am Candidberg, anschließend die Westkurve des Stadions zu stürmen, was durch die Einsatzkräfte unterbunden wurde. Durch das immense Zuschaueraufkommen und zur Vermeidung von Verletzungen und Panik ließen die Ordner die Fans teilweise ohne Kontrollen die Stadiontore passieren. Zwei ältere personen wurden dort wegen Widerstand gegen die Polizeibeamten festgenommen, einer wurde dabei leicht verletzt. Zudem kam es in einem Restaurant in Stadionnähe zu Auseinandersetzungen mit Bayern-Fans, die nur durch massiven Polizeieinsatz verhindert werden konnten.

"Kleines" Derby im renovierten Grünwalder - Bilder aus Giesing

"Kleines" Derby im renovierten Grünwalder - Bilder aus Giesing

Rauchbomben und Fahrradwürfe während dem Spiel

Auch während des Spiels kam es zu Zwischenfällen. In beiden Fankurven wurden Pyrotechnik und Rauchbomben gezündet, wobei eine aus dem Bereich der Löwenfans auf das Spielfeld geworfen wurde. Die Partie musste vom Schiedsrichte unterbrochen werden. Nach der Halbzeitpause soll es laut Polizei zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen beiden Fanlagern gekommen sein, bei dem Fahrräder geworfen und zwei Personen festgenommen wurden.

Massives Einschreiten nach dem Spiel nötig

Nach Abpfiff der Partie kam es vor dem Stadion erneut zu Zusammenstößen zwischen Bayern- und 1860-Fans. Eine direkte Konfrontation musste durch den massiven Einsatz von Polizeikräften verhindert werden. Danach kam es am U-Bahnhof Wettersteinplatz zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Fangruppen. Die Polizei konnte auch dies unterbinden.

Insgesamt wurden acht Personen festgenommen. Als Straftaten liegen hier Beleidigung, Widerstand, Sachbeschädigung und Körperverletzung vor.

Florian Weiß

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