Nach neun Jahren

Klinikum Großhadern: Kaufmännischer Direktor geht vorzeitig

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Gerd Koslowski, gebürtiger Münchner, ist seit Oktober 2007 Kaufmännischer Leiter des Uni-Klinikums Großhadern. Einmal wurde sein Vertrag verlängert. Für weitere fünf Jahre stand der 47-Jährige aber laut Klinik nicht zur Verfügung. Nun trennt sich die Klinik schon vor Ende der Vertragslaufzeit von ihm.

München - Gerd Koslowski nimmt nach neun Jahren seinen Hut. Für seinen konsequenten und erfolgreichen Sparkurs wurde er gelobt und gescholten.

Ein Jahr vor Ablauf seiner offiziellen Amtszeit trennt sich das Klinikum Großhadern zum 15. November von seinem Kaufmännischen Direktor Gerd Koslowski. Das hat das Uni-Klinikum am Freitag mitgeteilt. Bereits im Mai war bekannt gegeben worden, dass der 47-Jährige nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen werde. Gründe wurden nicht genannt. Aus Klinik-Kreisen verlautet, dass der gebürtige Münchner mit seinem Sparkurs zunehmend bei Ärzten und Professoren angeeckt sei.

Koslowski trat sein Amt als kaufmännischer Direktor im Oktober 2007 an. Unter seiner Verantwortung liefen Großprojekte wie das Konzept für den Campus Innenstadt und der Bau der interdisziplinären Portalklinik. Dazu kommen der Neubau des Radiopharmaziezentrums, der Kinderpalliativmedizin und des Centrums für Schlaganfall- und Demenzforschung am Campus Großhadern sowie das 2014 eröffnete neue OP-Zentrum und der Architektenwettbewerb für das Neue Hauner.

Gerd Koslowski überzeugte seine Förderer mit einem konsequenten Sparkurs und legte für 2015 ein positives Ergebnis vor, während andere Kliniken tiefrote Zahlen schrieben. Als „erfolgreiche Arbeit trotz zunehmend schwieriger Rahmenbedingungen“ würdigt das die Klinik in einer Pressemitteilung. Doch der Sparkurs hatte auch zur Folge, dass so mancher Wunsch des ärztlichen Personals unerfüllt blieb. Konflikte waren da unausweichlich.

Dass die Trennung nun ein Jahr früher als ursprünglich anvisiert vollzogen wird, habe strategische Gründe, sagte ein Kliniksprecher gestern auf Nachfrage: Es stünden zukunftsweisende Entscheidungen an, und die solle am besten gleich der Nachfolger treffen, der die Themen dann für mindestens fünf Jahre begleiten könne.

Bis der Aufsichtsrat einen neuen Kaufmännischen Direktor gefunden und für fünf Jahre bestellt hat, wird Koslowskis Stellvertreter Philip Rieger, Leiter der Personalabteilung, das Amt kommissarisch übernehmen.

sc

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