Neue Station in Großhadern

Dank Spendenaktion: Palliativzentrum für die ganz Kleinen eröffnet

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Professor Monika Führer, Karin Seehofer und der Ärztliche Direktor des Klinikums Großhadern, Professor Karl-Walter Jauch, in einem Zimmer der Kinder-Palliativstation.

München - Das Klinikum Großhadern hat ein neues Vorzeigeprojekt fertiggestellt. Einer bayernweiten Spendenaktion sei Dank gibt es dort nun ein Palliativzentrum für kleine Kinder.

Große Fenster eröffnen Blicke ins Grüne, Lehmputz in den Fluren und täuschend echtes Holzimitat auf dem Fußboden sorgen für Daheim-Gefühl. Im Schatten der riesigen Gesundheitsfabrik des Klinikums Großhadern wurde gestern das neue Kinder-Palliativzentrum eröffnet. Hier werden Kinder betreut, die nicht mehr geheilt werden können. Eine große bayernweite Spendenaktion machte die neue Spezialklinik möglich.

Bislang wurden kleine schwerkranke Patienten auf Intensivstationen großer Kliniken behandelt, die nicht auf die Bedürfnisse junger Patienten zugeschnitten sind. „Das war belastend für die kleinen Patienten, ihre Familien und auch das Team auf den Stationen“, schildert Professor Monika Führer die Situation der Palliativmedizin für Kinder, wie sie sich bis vor Kurzem für alle Betroffenen darstellte.

In einer Palliativstation werden Patienten mit einer voranschreitenden bzw. weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung ganzheitlich behandelt. Dabei geht es vor allem um die Behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden und Berücksichtigung psychologischer, sozialer Probleme sowie Glaubensfragen. Auch Kinder leiden unter Krebs, Atemnot oder häufigen und heftigen epileptischen Anfällen. Damit die Kleinen nicht in sterilen High-Tech-Sälen mit einem Wirrwarr von Dioden und unter Dauerberieselung von Signaltönen behandelt werden müssen, wurde die Idee des Kinder-Palliativzentrums geboren.

Der Neubau im Osten des Klinikums in Großhadern liegt im Grünen. Es gibt einen Park, und große Fenster bieten Blicke in den angrenzenden Wald.

Die Krankenzimmer sind in Pastelltönen gehalten, die Kinderbettchen der Kleinen haben Decken mit Elefantenmotiven. In einem bunten, kleinen Regal können die Kinder ihre Fotos oder Lieblingsfiguren aufstellen, bunte Leuchtdioden in der Wand erzeugen ein farbenfrohes Licht. Am Bettchen gibt es alles, was die Ärzte für eine Intensivbehandlung brauchen: Anschlüsse für Luft und Sauerstoff, ein kleiner Monitor, um die Lebensfunktionen zu überwachen (EKG, Puls, Temperatur, Blutdruck etc.). Das kleine Kästchen ist transportabel. Und für die Eltern gibt es eine Ausziehcouch, damit sie auch einmal bei ihren kranken Lieblingen übernachten können. Professor Führer: „Wir wollen, dass sich unsere Patienten wie zu Hause fühlen. Auch die Geschwister sollen unsere Patienten besuchen können.“

Im April wurde das Kinder-Palliativzentrum nach 18 Monaten Bauzeit eröffnet. Baukosten: 7,5 Millionen Euro. 5,5 Millionen Euro davon wurden durch den Förderverein Kinderpalliativzentrum München in neun Monaten in ganz Bayern gesammelt. Bayerns First Lady Karin Seehofer ging als Schirmherrin persönlich sammeln. „Kinder und besonders schwer kranke Kinder haben andere Bedürfnisse als Erwachsene.“

Übrigens: Da die Kassen nicht für alle Behandlungskosten der kleinen Patienten aufkommen, ist das Kinderpalliativzentrum ständig auf Spenden angewiesen. Wer helfen möchte, findet alle Infos unter: www.kinderpalliativzentrum-muenchen.de

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