tz-Chefredakteur Rudolf Bögel

Kommentar zum Blitzmarathon: Jagt lieber die Straßenrowdys!

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Rudolf Bögel

München - Am Donnerstag war wieder "Blitzmarathon" der Polizei. In seinem Kommentar über die Aktion zieht tz-Chefredakteur Rudolf Bögel das Fazit: "Außer Spesen nichts gewesen." Stattdessen schlägt er eine andere Baustelle vor.

Am Donnerstag war wieder bundesweiter Selbstdarstellungstag von Politik und Polizeiverantwortlichen. Unter dem Motto "Blitzmarathon" wurden Raser gejagt – vordergründig! Denn hintergründig dient diese Veranstaltung hauptsächlich dazu, um den ein oder anderen Innen­minister abzulichten, wie er durchs Radarrohr finster in die Gegend blickt, dabei schaut er doch nur mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Frei ins Hochdeutsche übersetzt bedeutet dieser bayerische Spruch nämlich nichts anderes als: „Außer Spesen nichts gewesen.“

Denn ob sich diese Schaufensterveranstaltung durch die Geldbußen querfinanziert, darf mindestens bezweifelt werden. Jedenfalls kostet sie einen Haufen Personal. Zwar sind die Verkehrspolizisten nicht die Hauptbetroffenen, wenn es um Veranstaltungen, Abwehr von Terrrogefahr und Flüchtlings­krise geht, aber auch hier spürt man die Sonderbelastungen. Aber darum geht es nur am Rande. 

Die Verkehrspolizei sollte sich lieber verstärkt um das zunehmende Rowdytum auf den Straßen kümmern! Denn hier hat sich aggressive Anarchie breit gemacht. Wer täglich mit dem Auto unterwegs ist, der kennt das. Da wird gedrängelt und genötigt, beim Stau über Standstreifen gefahren und da werden Kreuzungen blockiert. Das Faustrecht im Wilden Westen ist im Vergleich zu den Zuständen auf unseren Straßen ein Kindergartengeburtstag. Hier wieder für Ordnung zu sorgen, das erfordert einen echten Polizei-Marathon.

Rudolf Bögel

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E-Mail:Rudolf.Boegel@tz.de

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