Weiß die Regierung etwas?

Kornkreis: Ex-Stadtrat stellt UFO-Anfrage an Seehofer

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Der Münchner Ex-Stadtrat Bernhard Fricke (links im Raistinger Kornkreis) fordert: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) soll sich zu Außerirdischen äußern.

München - Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) soll auspacken: Weiß die Staatsregierung, ob UFOs hinter dem Kornkreis von Raisting stecken? Das will der Münchner Ex-Stadtrat Bernhard Fricke wissen.

Update vom 26. Juli 2016: Das dritte Jahr in Folge taucht im Juli ein Kornkreis im Münchner Umland auf. Nach den Gebilden 2014 in Raisting und 2015 in Alling wurde nun ein Kornkreis in Mammendorf entdeckt. Wir haben bereits zusammengefasst, wo Sie den Kornkreis in Mammendorf finden. Mittlerweile kursieren etliche Theorien zur Frage, wie der Kornkreis wohl entstanden ist. Aus ganz Europa sind bereits Fans des Kornkreises in den Brucker Landkreis gepilgert.

Für spektakuläre Initiativen ist Bernhard Fricke (64) immer wieder gut. In seinen zwölf Jahren als Stadtrat für die Umweltinitiative "David gegen Goliath e.V." (1990 bis 2002) sorgte er mit etlichen spektakulären Protest-Aktionen für Aufsehen: Unter anderem harrte er auf einem Baum aus, der der Schrannenhalle weichen sollte. Auch setzte er sich schon mal vor einen ICE. Heute arbeitet Fricke wieder ausschließlich als Rechtsanwalt, was seinen politischen Aktionismus aber keineswegs mindert.

Münchner Autor: Kornkreise sind eine Warnung!

Menschenwerk oder außerirdische Botschaft? Der Kornkreis in Raisting (Kreis Weilheim-Schongau).

Aktuell treibt ihn der aufsehenerregende Kornkreis in Raisting (Kreis Weilheim-Schongau) um, der zur großen Freude von vielen Esoterikern noch immer steht: Fricke geht fest davon aus, dass Außerirdische hinter dem spektakulären Ornament stehen. Denn: "Ein solcher Kornkreis ist auch mit allen zur Verfügung stehenden technischen Mitteln nicht in einer solch unglaublichen Präzision herzustellen."

Freilich habe es schon mehrere künstlich erzeugte Kornkreise gegeben, räumt Fricke ein. Aber sicher nicht im Fall von Raisting. was ihn so sicher macht: Der Grundstückseigentümer habe ihm glaubhaft versichert, dass er noch drei Stunden vor der Entdeckung des mysteriösen Phänomens im Feld gewesen sei - und zwar ohne den geringsten Eingriff bemerkt zu haben. Deswegen lehnt sich der Münchner Ex-Stadtrat mit seiner Echtheitsvermutung sogar ziemlich weit aus dem Fenster: "Ich wette mit jedem um 100.000 Euro, dass er es nicht schafft, solch einen Kreis in drei Stunden in einem unbearbeiteten Kornfeld hinzukriegen."

Was weiß die Regierung über Kornkreise und UFOs?

Nun macht Fricke den Raistinger Kornkreis auch zu einem Fall für die bayerische Staatsregierung. Der Münchner Jurist hat sich in einem offenen Brief mit zahlreichen Fragen an Ministerpräsident Seehofer gewandt. In dem Schreiben bittet er die Regierung, deren Kenntnisse über Kornkreise und Außerirdische im Freistaat offenzulegen. Und zwar bitteschön in vollem Umfang.

Konkret will Fricke von Ministerpräsident Seehofer diese Fragen beantwortet haben:

  • Seit wann gibt es nach Kenntnis der bayerischen Staatsregierung das Phänomen der Kornkreise in Bayern?
  • Wo und wie viele Kornkreise sind der bayerischen Staatsregierung bekannt?
  • Welches Ressort der bayerischen Staatsregierung beschäftigt sich zuständigkeitshalber mit dem Phänomen der Kornkreise?
  • Welche Erklärung hat die bayerische Staatsregierung für das Phänomen der Kornkreise?
  • Hat die bayerische Staatsregierung schon einmal eine Untersuchung des Phänomens der Kornkreise veranlasst bzw. ist sie bereit, eine solche in Zukunft zu veranlassen?
  • Nach Aussagen des Grundstückeigentümers in Raisting hat er bei einem Feldbegang etwa drei Stunden vorher noch keinerlei Veränderungen auf seinem Kornacker bemerkt. Die Richtigkeit dieser Aussage unterstellt, auf welche technologische Art und Weise könnten diese filigranen Muster mit einem Durchmesser von etwa 70 Meter innerhalb dieser kurzen Zeit von Menschenhand hergestellt worden sein?
  • Falls diese Erklärungen objektivierbar nicht überzeugen können, hält die bayerische Staatsregierung es für definitiv ausgeschlossen, dass der aktuelle Kornkreis in Raisting von extraterrestrischen Wesen hergestellt sein könnte?
  • Falls diese Frage bejaht würde, würde die bayerische Staatsregierung die Häufung von Kornkreisen auf dem Gebiet des Freistaates Bayern als Auszeichnung und Ausdruck eines besonders hohen Bewusstseinszustandes betrachten, der extraterrestrische Wesen besonders animiert hat, mit dem Freistaat Bayern und seiner hohen technologischen Entwicklung und seiner geistig besonders hoch entwickelten Staatsregierung auf diese Weise zu kommunizieren und im besten Fall ihre offenkundig höher entwickelte Technologie zum Wohle der Menschen, nicht nur im Freistaat Bayern, anzubieten?

Kornkreis von Raisting: Staatregierung hat noch nicht geantwortet

Eine Antwort der Staatsregierung bzw. des Landesvaters steht laut Fricke noch aus. Was ihn aber keineswegs wundert: "Für den Ministerpräsidenten und die Regierung ist das natürlich eine schwierige Situation. Ich vermute, dass sie nun in Erklärungsnot geraten. Aber ich bin mir sicher: Sie werden antworten müssen, sobald eine größere Öffentlichkeit von der Anfrage erfährt."

Solch eine Auskunft dürfte zumindest ein Kuriosum darstellen. Sind doch Kornkreise und Außerirdische nicht unbedingt ein Themenfeld, zu dem sich die CSU bislang groß geäußert hat. Also eigentlich nie. Bislang war der Ministerpräsident und CSU-Boss bekanntlich mehr an Modelleisenbahnen als an UFOs interessiert. Der Münchner Ex-Stadtrat Fricke meint trotzdem, dass sein offener Brief dem Ministerpräsidenten derzeit nicht ungelegen komme. "Der ist sicher froh, wenn er derzeit mal Fragen beantworten darf, die nichts mit Frau Haderthauer zu tun haben."

Fricke: Das bedeutet der Kornkreis von Raisting

Was der Kornkreis in Raisting konkret bedeutet, auch dazu hat der Münchner Anwalt bereits eine Theorie entworfen. Er will folgende außerirdische Botschaft entschlüsselt haben: "Die Muster des Kornkreises bilden eine harmonische Einheit. Diese Einheit zu leben, also das Verbindende, und nicht das Trennende, wie Geschlecht, Hautfarbe, Religion, das ist unsere große Zukunftsaufgabe als Menschheit."

Und es kommt noch besser: Im Zweifelsfall, so Fricke, könnten wir sogar auf die Hilfe der Aliens zählen. Darum müssten wir sie allerdings ernsthaft bitten. Und vor allem zeigen, dass wir es mit der Rettung unseres Heimatplaneten wirklich ernst meinen.

Na, das könnte Ministerpräsident Seehofer jetzt aber schon interessieren: Aliens würden uns helfen, unsere Probleme geregelt zu bekommen? Mensch! Man könnte jetzt natürlich spekulieren, welche lästigen Angelegenheiten oder Personalien der Ministerpräsident am liebsten von Aliens ins All entführen ließe.

mm/tz 

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