Schon 4000 Verstöße heuer

KVR will mehr Kontrolle: Stadt verdoppelt Radl-Sheriffs

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Die Zahl der Radler wächst – und damit die Verstöße. Die Stadt will nun verstärkt kontrollieren.

München - Das Kreisverwaltungsreferat will angesichts der gestiegenen Zahl der Radlerdelikte durchgreifen. Wie die tz exklusiv erfahren hat, soll die Zahl der Radl-Sheriffs verdoppelt werden.

München ist Radlhauptstadt – die Isarmetropole macht sehr viel für Zweiradfans. Erst vor zwei Tagen hat der Stadtrat grünes Licht für eine neue Schnellroute aus der Innenstadt in den Norden gegeben! Doch: Je attraktiver die Stadt fürs Radeln wird, desto mehr muss die Verwaltung handeln. „Ohne Kontrollen geht es nicht“, sagt der Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD).

Und wie die tz exklusiv erfahren hat, hat Böhle einen Plan: eine Radler-Soko! „Das KVR will ein spezialisiertes Team aufbauen, das sich voll und ganz des Radverkehrs annimmt.“ Dazu soll die Zahl der Radl-Sheriffs verdoppelt werden!

Bisher wird zwar auch schon überwacht, allerdings mehr oder weniger nebenher. „Die kommunale Verkehrsüberwachung hat sich auf einzelne Brennpunkte beschränkt und stichprobenartig kontrolliert, ohne entsprechendes Personal für diese neue und weiter wachsende Aufgabe zu haben“, sagt ein Sprecher des Referates. Hauptaufgabe waren bisher Parkverstöße.

KVR-Chef Thomas Böhle (62)

Aber nun kommen immer mehr Straßen hinzu, die kontrolliert werden müssen: Bis voriges Jahr waren etwa hauptsächlich Residenzstraße sowie die Fußgängerzonen am Weißenburger Platz und in der Altstadt betroffen. Anfang 2016 kam dann der Wunsch aus der Politik nach mehr Kontrollen: Oberanger, Kapuzinerstraße, Rosenheimer Straße sowie die neuen Schwerpunkte am Hugendubel und Sendlinger Straße. Mehr Routen, mehr Kontrollen, mehr Verstöße: Waren es im Vorjahr noch rund 1800, haben die Radl-Sheriffs 2016 bis jetzt schon rund 4000 Delikte geahndet!

Um der Probleme Herr zu werden, schlägt das Referat daher jetzt dem Stadtrat vor, zehn neue Stellen für den Außendienst zu schaffen. Bisher waren beispielsweise in der Residenzstraße sechs Kontrolleure unterwegs.

Auch die Polizei hält dies übrigens für zwingend geboten. Mehr Radl-Sheriffs bei der Stadt würden die Beamten deutlich entlasten – vor allem bei der Sperre des Marienplatzes und der neuen Nord-Süd-Querung der Altstadt. Böhle: „Ich halte das neue Team für eine wichtige Maßnahme zur Erhöhung der allgemeinen Verkehrssicherheit – und zum Schutz der Radler selbst.“

Jahr

Radlerdelikte

2010

594

2011

777

2012

1.228

2013

1.899

2014

1.574

2015

1.824

2016

4.000

Die Routen der Radl-Rambos

Die Kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) kontrolliert mit Priorität den ruhenden Verkehr, also Parkverstöße. Die Radl-Kontrollen liefen quasi nebenher. 2015 waren die städtischen Sheriffs vor allem auf der Residenzstaße unterwegs. Dort kam es vermehrt zu Verstößen gegen die angeordnete Schrittgeschwindigkeit. Kontrollen gab es aber auch in der Fußgängerzone Weißenburger Platz und der Altstadt. Anfang dieses Jahres kamen auf Wunsch der Stadtpolitik, aber auch der Bezirksausschüsse weitere Kontrollpunkte hinzu: Radschutzstreifen und -Wege, unter anderem am Oberanger, in der Kapuzinerstraße, Zweibrückenstraße, Seidlstraße, Schleißheimer Straße, Plinganserstraße, Gabeslbergerstraße und Rosenheimer Straße. Zusätzlich haben sich 2016 neue Schwerpunkte ergeben: an der Hugendubelbaustelle sowie in der neuen Fußgängerzone Sendlinger Straße.

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