Kante zeigen gegen Rechts

Flüchtlingsheim in Laim: Bürger wehren sich gegen NPD-Demo

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Polizisten sichern die Demonstration in Laim: Rund 100 Bürger wollten den NPD-Aufmarsch verhindern – und bastelten Transparente gegen Fremdenhass.

München - Vor einem Flüchtlingsheim in Laim haben sich Bürger am Samstag gegen Demonstrationen der NPD gewehrt.

Diese Plakate sind sooo wichtig! Wir lassen Menschen in Not nicht im Stich, war am Samstagvormittag in Laim zu lesen. Stoppt Rasssismus. Oder: München ist bunt.

Es war der Protest etlicher Bürger gegen gleich drei Demonstrationen der NPD. Die Rechtsextremen waren seit 11 Uhr zunächst in der Hauzenbergerstraße 26 bis 32 aufmarschiert und hielten auch an der Ecke Ludwig-Richter-Straße und Lautensackstraße Kundgebungen ab, bevor sie sich an der Hufnagelstraße 1 und Hans-Thonauer-Straße versammelten. Insgesamt 79 Polizisten mussten für den gesicherten Ablauf sorgen. Hintergrund: Ein Flüchtlingsheim soll im Viertel entstehen – auf dem alten Trambahn-Depot nahe der U-Bahn-Haltestelle Westendstraße.

München ist bunt...

Das wollen die Rechten verhindern – und hatten dafür am Samstagmittag die Kundgebungen bei der Landeshauptstadt angemeldet. Am Ende waren sie aber klar unterlegen: Denn Laim wollte Kante zeigen gegen Rechts – und ließ die vier Vertreter der NPD schnell verstummen. Ihnen standen nämlich rund 100 Gegendemonstranten gegenüber, die dem Flüchtlingsheim vielleicht in Teilen auch skeptisch gegenüberstehen, aber ganz sicher nicht rechtsradikal.

... und Flüchtlinge sind willkommen.

„Zu viel ist zu viel – kein neues Asylantenheim in unser Stadtviertel“, hatte dagegen der Tenor der NPD-Demo gelautet. „Ich wohne und arbeite in unmittelbarer Nachbarschaft der Flüchtlingsunterkunft. Eine NPD-Kundgebung direkt vor meiner Haustür gegen schutzsuchende Menschen: Ich finde das unerträglich“, sagt Heidi Schiller, Vorsitzende der Münchner Grünen. Sie hatte zum Gegenprotest aufgerufen. Ihr Fazit: „Ich habe mich gefreut, dass wir auch kurzfristig so viel entgegensetzen konnten. Das ist unser Beitrag zum gesellschaftlichen Klimaschutz in München.“

Helfen, nicht ausgrenzen: Zwei Gegendemonstranten halten ein Transparent in die Luft.

Nach Informationen der Polizei kam es während der Demonstrationen nicht zu Zwischenfällen. Ruhig lief der Samstagvormittag in Laim trotzdem nicht ab. Im Gegenteil: München wehrt sich gegen den Fremdenhass. Mit Transparenten und Trillerpfeifen. Und einer Willkommens-Kultur, die mittlerweile in der ganzen Welt bekannt ist.

Andreas Thieme

Andreas Thieme

Andreas Thieme

E-Mail:Andreas.Thieme@tz.de

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